Logo [Wir haben uns bemüht, diese Seite barrierefrei zu gestalten. Solltet Ihr diesbezüglich Anmerkungen haben, nehmt bitte Kontakt zu uns auf.]

         

[Navigation zur Homepage]
[Navigation zu Über uns]
[Navigation zur Gesundheit]
[Navigation zur Medizin]
[Navigation zur Kultur]
[Derzeitiger Standort: Bücherkiste]
[Navigation zu den Links]
[Navigation zum Forum]
[Navigation zum Chat]
[Navigation zum Gästebuch]
[Navigation zum Impressum]
[Navigation zum Datenschutz]
[Navigation zur Site Map]

   
[Links]

Der Hund, der Eier legt
Erkennen von Fehlinformationen durch Querdenken
Hans-Peter Beck-Bernholdt, Hans-Hermann Dubben
(280 Seiten, 140 Quellen/Literaturverweise)

Die Autoren beschreiben mit sehr viel Humor, einer guten Portion Ironie und ein wenig Zynismus in auch für Laien leicht verständlichen Worten und Bildern die statistischen Stolperfallen des Alltags und der Wissenschaft.
In vielen eingängigen Beispielen und kleinen Experimenten, die jeder mit Münzen oder Würfeln selbst nachvollziehen kann, zeigen sie wie schwer es ist, objektive (und vor allem nachprüfbare) Aussagen von Ergebnissen zu trennen, die einzig und allein auf Zufall beruhen.
Ebenso eindrücklich werden die unzähligen Fehlermöglichkeiten umrissen wie sie bei der Durchführung, Auswertung und Übermittlung von Studienergebnissen - auch ohne bösen Vorsatz - im tagtäglichen wissenschaftlichen Schaffen zu im besten Falle nichtssagenden, viel zu oft aber zu irreführenden Ergebnissen führen.
Wie gut hat man also "gezielt", wenn man eine Schrotflinte in einem Porzellanladen abfeuert und nachträglich behauptet, daß man genau diese eine Tasse treffen wollte, die tatsächlich zerbrochen ist?
Verfügt man wirklich über einen ausgezeichneten Pferdeverstand, wenn der Klepper, auf den man setzte, zwar nicht im Ziel ankam, aber zumindest irgendwann einmal im Rennen die Nase vorn hatte?
Und wäre es wirklich sinnvoll, die Feuerwehr abzuschaffen, weil irgendwem aufgefallen ist, daß die Größe eines Brandes in einem deutlichen Verhältnis zur Anzahl der anwesenden Feuerwehrleute steht?
Beck-Bornholdt und Dubben lassen auch nicht unerwähnt, mit welchen Schwierigkeiten es verbunden ist, die Richtigstellung klarer Verstöße gegen die grundlegendsten Regeln einer sauberen Statistik einzufordern. Die Veröffentlichungspolitik einschlägiger wissenschaftlicher Magazine steht diesem Ansinnen in eklatanter Weise im Wege, obwohl das Wesen der Wissenschaft gerade darin besteht (bestehen sollte) mögliche Irrtümer und Fehler aufzuzeigen bzw. durch den Versuch, dies zu tun, diese auszuschließen.

Der Inhalt des Buches im Einzelnen:
Ohne Panik positiv (Aussagekraft von Vorsorgeuntersuchungen) • Wir backen uns eine Schlagzeile (Zufällige und echte Häufungen) • Zufall oder Zustand? (Was heißt statistisch signifikant? - Die Bedeutung der Signifikanz) • Mit der Schrotflinte in den Porzellanladen (Mehrfachtests - Reproduzierbarkeit) • Heute mal ganz ausgelassen (Unterschlagung von Informationen - Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß - Not macht erfinderisch) • Fußball, Zufall, Sensationen (Permutationen, Kombinationen, Binominalstatistik - Keine Schwalbe macht noch keinen Herbst) • Im Nebel nach Überseh (Der Überseh-Fehler - Die Sichtverderber - Die Qual vor der Wahl - (Un)heimliche Verluste) • Mit der Wahrheit lügen (Manipulationsmöglichkeiten bei der Darstellung von Ergebnissen - Daten auf der Streckbank - Do it yourself) • Die Ursache aus Anlaß des Grundes (Kausalität und Korrelation - Kein Rauch ohne Feuer - Der Sonne Bahn lenkt der Hahn) • Babylonische Sprachverwirrung (Interpretations- und Übertragungsfehler - Vom Original zum Lehrsatz: das Stille-Post-Prinzip) • Computermärchen (Computersimulation und Rechenmodelle) • Wahlkreistango, kriminelle Vereinigungen und krebsresistente Linkshänder (Datenschiebereien und Paradoxa - Verwechslung von Anzahl und Anteil - Unzulässiges Gruppieren von Daten - Zweimal verloren und doch gewonnen - Hurra: Gesunde gesünder als Kranke - Viel Blech ist noch lange kein Auto) • Mit Sicherheit daneben (Objektivität der Wissenschaft und subjektive Interessen - Falsifizierbarkeit - Beharrungsvermögen falscher Vorstellungen - Vermeintliche Gesetzmäßigkeiten im Chaos) • Aufruf zum Kaffeekränzchen (Vorschläge zum kritischen Lesen von klinischen Studien) • Nur jeder zweite Mann ein Mensch? (Logische Probleme bei der Anwendung statistischer Methoden - Unsinn mit Niveau - Irren ist menschlich) • Schwamm ist ein vorzügliches Material (Vom Wesen der Wissenschaft)

Fazit: Ein teilweise sehr desillusionierendes aber nichtsdestotrotz - oder gerade deswegen - ein sehr wichtiges Buch. Wer es gelesen hat und sich auch nicht zu schade war, die kleinen Experimente durchzuführen, wird Pressemitteilungen und Studien nie wieder mit denselben Augen betrachten.





Der Schein der Weisen
Irrtümer und Fehlurteile im täglichen Denken
Hans-Peter Beck-Bernholdt, Hans-Hermann Dubben
(270 Seiten, 23 Quellen/Literaturverweise)

Jeder Angler weiß, daß er nicht nur einen halbwegs zuverlässigen Köder braucht, sondern seine Angel auch dort auswerfen muß, wo es Fische gibt, die genau diesen angebotenen Happen zum Anbeißen lecker finden. Aber wer seine Angel in einen Karpfenteich wirft, wird selbst mit dem besten Köder keinen Lachs fangen.
Leider scheinen sich diese Weisheiten gerade in medizinischen Kreisen noch nicht sehr weit herumgesprochen zu haben. Zumindest erhält man als Leser diesen Eindruck, wenn man seine Nase in das zweite Buch des Autoren-Duos Beck-Bernholdt/Dubben steckt.
Nicht weniger humorvoll als in ihrem ersten Werk, und diesmal sogar in phantasievolle kleine Geschichten mit skurilen Hauptdarstellern verpackt, widmen sie sich der Demontage alltäglicher Fehlurteile.
Mit welcher Wahrscheinlichkeit ist jemand, an dessen Grundstück jedes Jahr eine alte Eiche stirbt, ein Baummörder?
Unter welchen Voraussetzungen läßt sich überhaupt eine Aussage darüber treffen, ob ein Medikament (k)eine Wirkung hat?
Die Themen in diesem Buch sind keine "leichte Kost" - weder hinsichtlich des Anspruchs noch der gewonnenen Erkenntnisse. Die Gedankengänge sind prinzipiell gut nachvollziehbar; wer aber nicht den Faden - und schon gar nicht den Spaß - verlieren will, sollte Papier und Bleistift zum Nachrechnen bereitlegen oder bereits über ausreichend sichere Grundlagen verfügen wie sie in der Oberstufenmathematik vermittelt werden.

Aus dem Inhalt:
Der Anfang vom Ende (Gruß ins Blaue - Vom Rückschritt des Fortschritts) • Kein Urteil ohne Vor-Urteil (Juristisches Roulette) • Die Lebenslüge der medizinischen Forschung (Krebstest im Test - Was dich umbringt, bringt mich voran - Forschung unter Niveau) • Am Ende ein neuer Anfang (Hinterher ist man immer schlauer, aber um wieviel? - Chancenungleichheit für alle - Zopf oder Kahl?)

Fazit: Wie auch schon Der Hund, der Eier legt in positiver Weise frustrierend - so paradox das auch klingen mag. Unverzichtbar für jeden, der keine Angst davor hat, sich von liebgewonnenen Irrtümern zu trennen.

<< zurück Übersicht