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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernährungsumstellung [aus der Meckerecke]


MeiersJulchen
30.06.2005, 23:43
:)

Dieser Beitrag hat sich nach einem denkbar schlechten Start doch noch gemausert.
Wer den Drang verspürt, es nachzulesen, kann hier reinschauen:
Zu Risiken und Nebenwirkungen ... [war:Ernährungsumstellung]


Michaela

artemis
16.02.2006, 11:06
Ps.: Ja, es ist ein Pulver! Wie gesagt man kann es nutzen, muss aber nicht! Ist auch eher z.B. zum Kuchenbacken gedacht, bei der Zugabe von Fett und Ei zu sparen!

Ist schon geil so ein Ernährungsumstellungskurs. Ich pflück ihn Dir gerne auseinander.

3 Säulen:
- Sport - Ist mir in der Schule klar geworden: mens sana in corpore sano!

- gesunde und bewußte Ernährung - Das ist lobenswert. Was bitte ist eine bewußte Ernährung? Ist meine Leberwurst sich ihrer selbst bewußt? Oder soll da heißen, ich möge überlegen bevor ich esse.
Das mache ich immer. Ich würde sonst den Mund nicht treffen oder etwas essen, was mir nicht schmeckt.

- positives Denken. Tja, ein weites Feld. Das ist wohl für einen Düsseldorfer Bäcker was anderes als für einen muslimischen Bombenleger.

- kein zusätzliches Salz : Ist obsolet. 1970 enstandener Fehler einer Studie. Wie so oft gerne jahrzehntelang von der DGE verbreitet.

fett-, zuckerreduziert: Dafür brauche ein keinen bezahlten Kurs. Für Deine Speckröllchen ist es übrigens egal ob sie aus Industriezucker oder Fruchtzucker stammen.

- Vollkorn. Auch hier ist es so, daß der 30 Jahre behauptete Zusammenhang zwischen Darmkrebs und dme Verzehr aus "zuviel" Fleisch und hellem Mehl empirisch nciht zu beobachten ist. Das macht aber auch nicht. Denn wie sagte jemand, der von Manipulation nun wirklich was verstand: Keine Lüge ist so groß, als das das Volk sie nicht glaubte, wenn man sie oft genug wiederholt.

Deine Begeisterung über "Dein" Fitneßstudio in allen Ehren. Was Du beschreibst sollte ein fach normal sein.

Es gibt keine Wässerchen, und Pülverchen die man zu sich nehmen soll!

... ne, is klar, außer dem tollen Milcheiweißerzeugnis.

Das kann man sich dann ja auch mal zwischendurch anrühren .... *pfeif*

Der Oberbrüller ist die Einsparmöglichkeit von Fett und Ei beim Kuchenbacken. Das ist wohl direkt aus dem Werbevortrag des Anbieters, was?

Rechne es mal aus. Normalgroßer Marmorkuchen. Zutaten
400 gr Mehl = 1017 kcal
300 gr Zucker = 1200 kcal
300 gr Butter = 2319 kcal
4 Eier = 0336 kca
... und der Rest eben.

Wieviel Kalorien spare ich denn jetzt durch den Einsatz des Wunderpulvers?

Ei bindet in Teigen als Emulgator. Das bekommt man auch mit Stärke hin. Fett kann ich auch ohne Formula-Pulver weglassen. Irgendwann bekommt der Kuchen diesen trocknen, bröseligen DDR-Geschmack.

Zimtos, das war einfach ein Fehlversuch.

Susi 250
16.02.2006, 12:02
fett-, zuckerreduziert: Dafür brauche ein keinen bezahlten Kurs. Für Deine Speckröllchen ist es übrigens egal ob sie aus Industriezucker oder Fruchtzucker stammen.

- Vollkorn. Auch hier ist es so, daß der 30 Jahre behauptete Zusammenhang zwischen Darmkrebs und dme Verzehr aus "zuviel" Fleisch und hellem Mehl empirisch nciht zu beobachten ist. Das macht aber auch nicht. Denn wie sagte jemand, der von Manipulation nun wirklich was verstand: Keine Lüge ist so groß, als das das Volk sie nicht glaubte, wenn man sie oft genug wiederholt.


Das ist so nicht ganz richtig.
Raffinadezucker und Weißmehlprodukte lassen den Blutzuckerspiegel sehr schnell ansteigen. Was dann wiederum zu großen Insulinausschüttungen und anschliessendem Heißhunger führt. Langfristig kann das (und tuts bei vielen) zu Übergewicht, Insulinresistenzen und Diabetes führen. Auserdem süßt Fruchtzucker besser und man kann bei fast identischer Kalorienzahl 1/5 Zucker einsparen.

Möglicherweise helfen Balaststoffe nicht gegen Darmkrebs, da kann ich jetzt nichts dazu sagen. was aber erwiesen ist, das balaststoffreiche Ernährung am besten in Kombi mit Bewegung und Sport sich nicht nur ausgesprochen auf den Blutzuckerspiegel auswirkt, sondern auch auf den Cholesterinspiegel.

Zimtos
16.02.2006, 12:39
Zimtos, das war einfach ein Fehlversuch.[/QUOTE]

Liebe Artemis,

Vielleicht habe ich mich wirklich noch nicht genug mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt, das ich mit solchen Fakten um mich werfen kann, wie Du.

Durch diese Diskussion hier, habe ich wieder einiges gelernt. Und somit habe ich vielleicht das Thema falsch angesetzt, oder was auch immer. Aber da ich hier durch Euch neue Ansichtspunkte vermittelt bekommen habe, war der der Fehlversuch keine 100 % wert!
Ich werde mich weiter im Bereich Ernährung schlau lesen, und mir weiterhin die Dinge ziehen, die mir meiner persönlichen Meinung nach weiterhelfen.

Danke für die Denkanstösse
Zimtos

MeiersJulchen
16.02.2006, 12:43
Ach ja... jetzt wird's hier wieder richtig interessant - könnte teilweise glatt wieder "oben" landen ;)

Zu Industriezucker und Weißmehlprodukten würde ich gerne wissen, wer das mit dem rasanten Blutzuckeranstieg und dem Heißhunger beobachtet hat.
Zumindest für meinen Teil stimmt das nämlich nicht. Und ich MUSS mich von diesen Dingen ernähren, weil ich mir eine gewaltige Unverträglichkeit gegen Vollkorn, Fruchtzucker, Pektin etc gefangen habe.
Ich kann nur sagen, daß ich sämtliche (ohne Ausnahme!) Appetitumschwünge und Heißhungeranfälle losgeworden bin, seit ich nur noch das esse, was ich vertrage. Mehr als zwei Butterbrote braucht es bei mir nicht , um für einige Stunden satt zu werden und der "kleine Hunger zwischendurch" ist Schnee von gestern.
Ich habe noch nie in meinem Leben dermaßen wenig Vitamintabletten nehmen müssen, um mich wirklich gut zu fühlen. Dabei hatte ich mir zu Beginn meiner "Notwehrmaßnahme" eine extra große Packung Multivitaminkapseln gekauft, weil ich mit dem totalen Kollaps rechnete. Wenn es hoch kommt, nehme ich mal grade 1 Kapsel pro Woche. Kann auch schon mal 2 Wochen dauern, bis ich mich wieder dran erinnere, daß das Zeug noch rumliegt. Symptome, die mit Vitaminmangel gleichzusetzten wären, spüre ich jedenfalls nicht.

Und dabei stecken doch in Gemüse, Vollkorn, pipapo soooo viele Vitamine. Mag ja sein, aber wenn der Körper mehr mit der Entsorgung unpassender Nahrung zu kämpfen hat, hat er nicht mehr die Zeit alle Nährstoffe aufzunehmen. Nicht jeder verträgt alles.

Dazu kommt, daß mein Cholesterinspiegel gesunken(!) ist. Schon komisch, denn die einzige Fettsorte, die ich zu mir nehme, ist Butter und dazu esse ich durchschnittlich 2 Eier pro Tag.

Anstatt alles nachzubeten, was so geschrieben wird, wenn der Tag lang ist, solltet ihr mal einen Selbstversuch starten und rausfinden, was euch persönlich gut tut - ohne auf irgendwelche Nahrungsergänzung und/oder -ersatz zurückgreifen zu müssen.
Denn DAS ist gesunde Ernährung.
Nur kann man solche individuellen Ergebnisse in keine Statistik "runterrechnen" und schlecht verkaufen tut es sich auch :p

Und wer es bis jetzt noch nicht getan hat, sollte sich schnellstens die Bücher von Udo Pollmer reinziehen. Für Anfänger empfehle ich die "populären Ernährungsirrtümer". :D

Michaela

Zimtos
16.02.2006, 12:51
Zitat:
"Anstatt alles nachzubeten, was so geschrieben wird, wenn der Tag lang ist, solltet ihr mal einen Selbstversuch starten und rausfinden, was euch persönlich gut tut - ohne auf irgendwelche Nahrungsergänzung und/oder -ersatz zurückgreifen zu müssen.
Denn DAS ist gesunde Ernährung.
Nur kann man solche individuellen Ergebnisse in keine Statistik "runterrechnen" und schlecht verkaufen tut es sich auch :p "


ICH bin mit meinem SELBSTVERSUCH zufrieden! Sehr sogar!!!!! :D

MeiersJulchen
16.02.2006, 13:02
ICH bin mit meinem SELBSTVERSUCH zufrieden! Sehr sogar!!!!! :D
Die Betonung lag auf ohne Ergänzung/Ersatz :p :D

Wenn Dein Selbstversuch schon länger als 1 Jahr ohne Rückschläge laufen sollte, dann kannst Du das sicherlich als kleinen Erfolg verbuchen.

Da Du aber auch schreibst, daß Du dich bisher noch nicht so sehr mit Ernährung beschäftigt hast, kann ich Dir nur zu Pollmer raten ;)
Alles, was er beschreibt, kann ich bestätigen - und dabei habe ich die Bücher erst NACH dem Start meiner allergiebedingten Selbstversuche entdeckt. Hätte ich diese Denkanstöße ein paar Jahre früher bekommen, dann wäre mein Körper heute nur halb so kaputt. :cool:

Michaela

Susi 250
16.02.2006, 13:31
Zu Industriezucker und Weißmehlprodukten würde ich gerne wissen, wer das mit dem rasanten Blutzuckeranstieg und dem Heißhunger beobachtet hat.
Dazu mußt du nur mal Google bemühen. In der Diabetesforschung werden im Moment jede Menge gänzlich neuer Erkenntnise gesammelt.

Mir war lange schleierhaft warum ich mit Trennkost ganz rasant abgenommen habe, obwohl ich eigentlich viel und recht fett gegessen habe. Verdaungsbeschwerden wegen denen ich die Trennkost begonnen hatte waren auch nach ner Woche wie weggeblasen und das trotz des "vielen" Fettes. Aber wenn man sich die Trennkost mal genau anschaut, dann sieht man das sie sehr gut geeignet ist einen entgleisden Insulinhaushalt wieder in geordenete Bahnen zu lenken.

Aber man kann darauf nicht einfach eine Umkehrgleichung machen. Humanmedizin ist halt keine Mathematik. Es gibt auch Menschen die keine Probleme mit den Kohlehydrathen in Zucker und Weißmehl haben. Manche sogar mit sehr wenig Bewegung. So z.B. mein Mann. Der hat dann dafür ohne ausreichende Bewegung und/oder einer sehr balaststoffarmen Ernährung gleich einen astronomisch hohen Cholesterinspiegel. Irgendwas ist halt immer. ;)

Wobei es da ja auch neue Erkenntnise gibt die besagen das Probleme mit dem Cholesterin genetisch bedingt sind. Cholesterinhaltige Lebensmittel spielen da kaum eine Rolle, da der Körper Cholesterin selbst herstellt. Und die Werte sollen auch viel zu eng gefasst sein.

MeiersJulchen
16.02.2006, 13:51
In der Diabetesforschung
Wird dort nur an Diabetikern bzw. familiär gefährdeten Personen geforscht oder auch an Leuten, die diese Vorbelastung nicht haben?

Das die Ausführungen auf Diabetiker zutreffen, bezweifle ich keineswegs. Was mich nur so ärgert (nicht an Dir ;) sondern an den Forschern) ist, daß Forschungsergebnisse auf Gruppen angewandt werden, mit denen sie absolut nix zu tun haben.

Wenn ich mich recht erinnere (muß ich mal heute abend aus meinem Regal raussuchen), ist in einem von Pollmers Büchern, in denen er diese Studien "auseinandernimmt", eine Grafik über den Blutzuckeranstieg/abfall drin. *notier* :D

Michaela

MeiersJulchen
16.02.2006, 19:45
Sodala *kram*rumpel* gefunden :)

Zitat aus "Prost Mahlzeit" von U. Pollmer:

Als ein Beweis der gesundheitlichen Vorteile der Vollwertkost gilt das langsame Ansteigen des Blutzuckers nach einer Mahlzeit. ... In der Praxis ist die ... Überlegung jedoch ohne Bedeutung. Korrekt gesäuertes und gebackenes Vollkornbrot hat ... keine andere Wirkung auf den Blutzucker als Weißbrot.
Aber wer bitteschön ißt trocken Brot? Viel wichtiger sind die mitverzehrten Lebensmittel wie das Fett auf der Butterstulle. Denn das Fett und nicht das Vollkorn entscheidet über den Blutzuckerspiegel und die Insulinausschüttung.

Zu diesem Abschnitt gibt es wiederum eine Quellenangabe. Und zwar: Ernährungsforschung (W. Lüder, S.201)

Michaela

oddity
18.02.2006, 10:49
Das witzige ist ja: alle paar Jahre werden die alten Studien zum Thema Ernährung wieder für kompletten Blödsinn erklärt, über den Haufen geschmissen und etwas neues wird gepredigt. Das gilt aber sowohl für Diätprogramme, als auch für heute als "Ernährungsirrtümer" festgelegten Behauptungen. Von daher kann ich Julchen nur Recht geben: jeder sollte auf seinen Körper hören und schauen, was ihm gut tut.

Bestimmt haben einige hier auch schon von dem britischen Jungen gehört, der sich ausschließlich von Marmeladebroten ernährt (Weißmehl und Zucker by the way ;) ), weil es ihm von allem anderen speiübel wird. Er erfreut sich blendender Gesundheit, was bei ihm sicher nicht der Fall wäre, würde er sich zu Lebensmitteln zwingen, gegen die sein Körper ganz offensichtlich rebelliert.

Mir zeigt das mal wieder: ein jeder ist seines Glückes Schmied bzw. seiner Ernährung Meister.

Liebe Grüße, oddity

MeiersJulchen
18.02.2006, 10:57
Bestimmt haben einige hier auch schon von dem britischen Jungen gehört, der sich ausschließlich von Marmeladebroten ernährt (Weißmehl und Zucker by the way ;) ), weil es ihm von allem anderen speiübel wird. Er erfreut sich blendender Gesundheit, was bei ihm sicher nicht der Fall wäre, würde er sich zu Lebensmitteln zwingen, gegen die sein Körper ganz offensichtlich rebelliert.

Ja, an diesen Bericht muß ich auch ständig denken, seit der Großteil meines Speisezettels aus Sirupbroten besteht. :D

Michaela

MeiersJulchen
19.02.2006, 10:40
Das witzige ist ja: alle paar Jahre werden die alten Studien zum Thema Ernährung wieder für kompletten Blödsinn erklärt
Nicht die Studien selbst werden zum heiligen Gral bzw. zu Blödsinn erklärt sondern die daraus gezogene Schlüsse.
Leider steht oft von vorneherein fest, was aus einer solchen Studie herauskommen soll - je nachdem wer sie in Auftrag gibt.
Und das ist es was von Pollmer angeprangert wird. In den Büchern finden sich oft bis zu 1000 Quellenangaben.

Das schönste Beispiel für "glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast" ist eine skandinavische Studie zur Förderung der Gesundheit durch fett-/cholesterinreduzierte Kost.
Das Ergebnis, das mit großem Tamtam veröffentlicht wurde, besagte in der Tat, daß strenge Beachtung der Ernährungsvorschriften die Zahl der Herzkrankheiten verringerte.
Geflissentlich wurde jedoch verschwiegen, daß in der Vergleichsgruppe, die nach Herzenlust (wie passend ;)) essen durfte, wonach ihr der Sinn stand, der Rückgang der entsprechenden Erkrankungen die der ersten Gruppe um das doppelte überstieg.

Die Ergebnisse der Studie waren eineutig - nur was draus gemacht wurde, war großer Sch****

Michaela

Susi 250
19.02.2006, 11:06
Wird dort nur an Diabetikern bzw. familiär gefährdeten Personen geforscht oder auch an Leuten, die diese Vorbelastung nicht haben?

Das die Ausführungen auf Diabetiker zutreffen, bezweifle ich keineswegs. Was mich nur so ärgert (nicht an Dir ;) sondern an den Forschern) ist, daß Forschungsergebnisse auf Gruppen angewandt werden, mit denen sie absolut nix zu tun haben.

Wenn ich mich recht erinnere (muß ich mal heute abend aus meinem Regal raussuchen), ist in einem von Pollmers Büchern, in denen er diese Studien "auseinandernimmt", eine Grafik über den Blutzuckeranstieg/abfall drin. *notier* :D Es wird da im Moment in alle Richtungen geforscht. Das ganze Problem ist sehr komplex und es gibt dazu keine langjährigen Erfahrungen. Den unsere Lebensweise hat sich in den letzten 50-60 Jahren drastisch geändert und das sind gerade mal zwei Generationen.

Wir essen balaststoff und fettarmer, wir bewegen uns weniger, wir kommen weniger an die Sonne, wir schlafen weniger und es wird seltener Alkohol zum Essen getrunken. All das sind Faktoren von denen man weis das sie Insulinresistenzen und Diabetes begünstigen.

Und mit dem Roggenbrot ist das so eine Sache. In der Vollkornvariante ist es das Korn mit dem höchsten Ballaststoffanteil und hat dann auch einen niedrigen Glyxindex. Roggenauszugsmehl ist wieder ganz anders zu beurteilen. Darüber hinaus ist Roggen nicht ganz einfach zu verarbeiten. Richtig bekömmlich wird er nur in einem richtigen Sauerteig. Bei diesen Chemieruckzuckverfahren, die in den meisten Bäckereien angewandt werden kann es leicht zu ziemlich heftigen Verdaungsproblemen kommen.

MeiersJulchen
19.02.2006, 12:32
Es ist nun mal leider so, daß viel Schindluder mit den Forschungen getrieben wird. Und das funktioniert offensichtlich nur, weil viele Menschen an ihrem eigenen Körper nicht im Mindesten interessiert sind bzw. sich weigern, ihn wahrzunehmen.

Das Perverse an der Sache wird deutlich, wenn sich vor Augen hält, mit welcher Energie dieselben desinteressierten Leute von Pontius zu Pilatus rennen, um die Preise für kleine Anschaffungen des Alltags zu vergleichen. Da läßt sich niemand ein X für ein U vormachen.
Oder mit welcher Religiösität einschlägige technische Zeitschriften von Automobilclubs studiert werden, damit man dem Autochen bloß das Allerbeste an Öl und Sprit bis hin zum Frostschutzmittel bieten kann, was der Markt hergibt. Denn ein Auto ist ja schließlich was wert und eine Fehlbehandlung könnte einen herben finanziellen Verlust bedeuten. Da wird der Motor-, Getriebe, Vergasertyp und hastenichgesehen berücksichtigt. Und wenn jemand behauptet, daß das Auto mit X Oktan besser fährt, man aber mit dem Mist dann mitten auf der Autobahn liegen bleibt, da läßt sich auch der Blödeste nicht erzählen, daß man den Sprit nur bei Neumond hätte tanken dürfen, damit das funktioniert.

Desgleichen gibt es für jedes popelige Handy heutzutage mindestens 10 unterschiedliche Gehäuseschalen, die man je nach Geschmack austauschen kann. Und wehe, wehe, man bekommt ein Handy geschenkt und es hat die falsche Farbe.

Selbst beim Futter für die lieben Haustiere wird Wert auf Qualität gelegt und wenn dann eine Untersuchung rauskommt, die belegt, daß gewisse Hersteller Knorpel statt Muskelfleisch verwendet haben ... Gnade denen Gott. Der Zorn der Besitzer wird furchtbar sein.

Und so bleibt als Ergebnis übrig:
- Ernährungsstudien sind im Gegensatz zu Tests von Auto-, TV- und Hifizubehör für den normalen Endverbraucher so gut wie nicht zugänglich und die Qualität der Aussagen, die letzendlich an die Presse gelangen, nicht nachvollziehbar.
- Es interessiert eh kaum jemanden.
- Was vom Essen übrig bleibt, blinkt und blitzt nicht so schön wie ein sorgfältig ausgewähltes und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmes Automodell.
- Wenn ein Haustier das Futter verweigert, dann wird solange die Marke/Geschmacksrichtung gewechselt, bis das Vieh wieder rundum glücklich ist. Da freut sich der Mensch.
- Die Farbe des Handys ist wichtiger als die Qualität der Nahrung. *ok, das war leicht sarkastisch*

Und die Qualität der verzehrten Nahrung (und nicht die Quantität) ist mit großer Wahrscheinlichkeit die Ursache, daß seit Einführung industriell stark verarbeiteter Lebensmittel (welche passenderweise mit dem Wohlstand einhergeht) immer mehr Leute unter gesundheitlichen Problemen und Übergewicht leiden.
Es werden Ernährungsvorschriften "erlassen" und wenn diese nicht das gewünschte Ergebnis liefern, dann wälzt man die Schuld auf die Versuchskaninchen ab, ohne auch nur ansatzweise andere mögliche Ursachen in Betracht zu ziehen oder die Grundlage des ganzen Konzeptes kritisch zu betrachten.

Genug gemotzt :p :D

Michaela

Rubenata
28.08.2006, 15:32
Ist schon geil so ein Ernährungsumstellungskurs. Ich pflück ihn Dir gerne auseinander.

3 Säulen:
- Sport - Ist mir in der Schule klar geworden: mens sana in corpore sano!.

lol, und trotzdem eine 6:p Es ist richtig sit mens sana in corpore sano

Ein Wunsch aber kein Befehl
LG
Rubenata