Sind Dicke schön?

  • Hi Michaela...

    selbstverständlich heißt es Fat Admirer... richtig erkannt... lieb grins...

    Du hast Recht, meine Aussage war wirklich nicht ganz durchsichtig... aber es war schon spät...
    Nein ich fühle mich als Fat Admirer und bin einfach enttäuscht darüber, dass Missy uns als Menschen abstempelt, die bei dicken Frauen angeblich nur das Fett bewundern und denen der Mensch egal ist... ich weiß nicht, welche Erfahrungen sie, oder auch du oder andere hier mit Fat Admirern gemacht haben... ich kann immer nur für mich sprechen... und wie ich ja schon weiter vorn zu erklären versucht habe (... und leider scheint Missy es ja nicht zu verstehen) spielt für mich die Persönlichkeit der dicken Frau eine sehr wichtig Rolle... um es auf den Punkt zu bringen: Für mich als FA ist eine dicke Frau nur dann schön, wenn sie sich selbst als dicke Frau akzeptiert, sich selbst schön und begehrenswert findet und sich auch im Großen und Ganzen als dicke Frau wohlfühlt (im Großen und Ganzen deshalb, weil es immer mal wieder Tag gibt, wo sich selbst die glückliche Frau nicht wohl fühlt...) - somit das Gegenteil: Eine unglückliche dicke Frau ist nicht das Ziel meiner Bewunderung und ich bin selbstverständlich dafür, dass eine unglückliche dicke Frau an ihrer Situation etwas ändern sollte, soweit es in ihrer Macht steht...
    So ich hoffe, das trägt zur Erklärung bei...

    Liebe Grüße
    LOF

    Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung. (Kurt Tucholsky)

  • Ich persönlich verstehe die Diskussion hier nicht so ganz. Am Anfang stand doch die Frage, ob Dicke von anderen Personen als schön empfunden werden. Egal ob FA oder "gewöhnlicher" (nicht abwertend gemeint!) Konsument optischer Reize, es hat doch jeder einen anderen Geschmack. Manche stehen halt auf große Brüste und andere auf Kleine. Manche auf blondes Haar, andere auf Schwarzes. Es ist auch nicht krankhaft Brünette zu bevorzugen. Die Anfangsschreiberin hat auch ihr rotes Haar und die Sommersprossen kritisiert. Ich liebe Sommersprossen und rote Haare.Leider habe ich nur Sommersprossen, das rot kommt aus der Packung.
    Was werden hier für Antworten erwartet? Dinge im Sinne von: Eigentlich finde ich schlank schön, aber manche Dicke sind richtig sexy?

  • Schon seit diese Diskussion begonnen hat, schwirrt mir ständig ein Zitat aus dem Film "Duft der Frauen" (der mit Al Pacino) durch den Kopf.

    Und die Beine, mir ist es egal sie ob so schön sind wie bei einer griechischen Statue oder dicke Kartoffelstampfer... denn dazwischen liegt der Weg ins Paradies

    :D:D:D

    Michaela

  • hallo Ihrs,

    also ich hätte zuerstmal eine ganz konkrete Frage an LOF:
    was macht eigentlich einen FA (Fat Admirer) aus?

    @ all: dann zu dem Thema das Männer die nur dicke Frauen mögen doch nur das "dicksein" und nicht den Menschen dahinter lieben können - also ok ich bin eine Frau und ich bevorzuge ganz klar "dicke" Männer, das "dicke" in Anführungszeichen, weil es mir nicht darum geht wie "dick" ein potentieller Partner ist, sondern eher darum das er "nicht zu schlank ist".
    Und mir wäre es auch völlige egal ob mein Partner aus welchen Gründen auch immer (solange er es auf gesunde Weise tut) abnimmt, oder (wofür es ja mehr als genug Ursachen geben kann, nur ich würd ihn nie überreden oder so) zunimmt....
    Ich finde es auch völlig in Ordnung wenn ein Mann oder eine Frau sagt: mit einem bestimmten Typ (dick/dünn, klein/groß, hell/dunkel) Mensch kann ich mich nicht wohlfühlen. Es kann sehr viele Gründe dafür geben und meist sind es negative Erfahrungen die einem vor einem bestimmten Typ Mensch (mänlich oder weiblich) abschrecken.
    Ich selbst z.B. mag absolut keine großen sehr schlanken dunkleren Männer - einfach weil ich mit solch einem Typ Mann bisher nur negative Erfahrungen gemacht habe. Und mit molligeren (dickeren) hellen Typen Mann eben eher positivere Erfahrungen gemacht habe - ergo schau ich eben eher nach dem Typ Mann der aufgrund seines Äusseren schon Symphatischer auf mich wirkt.
    Und das gleiche sollten wir Frauen auch den Männern zugestehen *denk*

    Nachdenkliche Grüße,
    Cailly

    *Verletzungen der Seele heilen nur langsam und nicht von allein*

  • Hi Caily,

    zu deiner Frage:
    FA (Fat Admirer) [Fett-Bewunderer], (manchmal auch: Fat Admiration [Fett-Bewunderung])
    (Im allgemeinen männlicher) Liebhaber von (meist) weiblicher Körperfülle. Wie füllig es ein FA wirklich mag, ob mollig, dick oder (sogar extrem) fettleibig, ist individuell sehr verschieden. Ein FA strebt jedoch nicht notwendigerweise die weitere Gewichtszunahme der bewunderten Person an, sondern "begnügt" sich (oft aus Vernunftgründen) durchaus auch mit den vorhandenen Formen. In besonderen Fällen kann jedoch selbst körperbehindernde Fettsucht der "angebeteten" Person mit weitgehender Schwerfälligkeit bis hin zur Immobilität einen entsprechend extrem veranlagten FA noch in Entzücken versetzen.

    ... auf mich trifft letzteres nicht zu... ich finde dicke Frauen nur schön, wenn sie sich selbst noch wohlfühlen... das dürfte bei Immobiliät wohl nicht mehr der Fall sein...

    Ansonsten kann ich das voll unterschreiben, was du unter "@all" schreibst...

    Viele Grüße
    LOF

    Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung. (Kurt Tucholsky)

  • Loveroffatties:

    Du bezeichnest dich selbst als FA und allein diese Bezeichnung sagt doch wohl genau das aus, was ich auch gesagt habe...
    Fat Admirer - Fett-Bewunderer... ich meine eben genau das "bewundern", dass ist das, was ich nicht verstehen kann...

  • Zitat von missy

    Loveroffatties:

    Du bezeichnest dich selbst als FA und allein diese Bezeichnung sagt doch wohl genau das aus, was ich auch gesagt habe...
    Fat Admirer - Fett-Bewunderer... ich meine eben genau das "bewundern", dass ist das, was ich nicht verstehen kann...

    ... ich hab dich schon verstanden... schon beim ersten Mal... aber ich sag´s gern nochmal... das ist bei mir anscheinend angeboren (darum hab ich ja den Vergleich mit der Homosexualität versucht)...
    Soll ich jetzt dagegen ankämpfen, oder was???

    LG
    LOF

    Dick sein ist keine physiologische Eigenschaft - das ist eine Weltanschauung. (Kurt Tucholsky)

  • Warum kannste denn "Bewunderung" nicht verstehen?
    Wie sieht´s denn mit Verabscheuung aus?

    Bist du dann auch eine, die eher das Negative an sich selbst als Dicke siehst?
    Schade.
    [QUOTE]Mein Freund z.B. mag dicke Frauen, hatte aber auch schon öfter was mit Schlanken...das heisst er beschränkt mich nicht nur auf mein Gewicht!!![QUOTE]
    Na, wenigstens weiß dein Freund, was er an dir hat! ;)

  • Hallo Liriel...

    diese Frage habe ich mir auch oft gestellt und ich weiß bis heute keine Antwort darauf, wie ich mich fühle und sehe, hängt mittlerweile bei mir von der Tagesform ab und so schlage ich mich halt von einem Tag in den anderen... Aber ich kann dir sagen, das es durchaus Männer gibt, die Frauen wie uns total anziehend und erotisch finden, ich denke, die sehen etwas, was wir selbst nicht sehen können und da ist es sehr gut, das Geschmäcker durchaus verschieden sind... Ich hatte mit 25 meinen ersten Freund, den ich durch das SMS schreiben damals noch auf SAT1 kennen gelernt habe, ich konnte lange nicht glauben, das er es wirklich ernst meint, aber als er dann plötzlich vor mir stand, wusste ich irgendwie, das es was besonderes werden könnte... Ich hatte auch nie damit gerechnet mal einen Mann auf diese spezielle Weise kennen zulernen, aber es funktioniert und gerade wenn man sich kennenlernt, das ist eine ganz spezielle Zeit und ich fände es total Schade, wenn du dein Leben lang auf diese Erfahrung aus Angst verzichten möchtest... Ich fand die Idee mit der Anzeige gar nicht schlecht, trau dich einfach und sei von anfang an offen, du wirst sehen, der ein oder andere nette Kerl ist bestimmt dabei... Nur Mut, auch ich wurde schon enttäuscht und es hat auch bei mir ewig gedauert, bis ich jemanden fand den ich sympatisch fand, aber es lohnt sich, also los gehts...
    Wünsch dir ganz viel Glück und ich hoffe du erzählst uns mal, wie es bei dir so weiter gegangen ist...

    LG
    Frusty...

  • Zitat von Loveroffatties


    (Im allgemeinen männlicher) Liebhaber von (meist) weiblicher Körperfülle. Wie füllig es ein FA wirklich mag, ob mollig, dick oder (sogar extrem) fettleibig, ist individuell sehr verschieden. Ein FA strebt jedoch nicht notwendigerweise die weitere Gewichtszunahme der bewunderten Person an, sondern "begnügt" sich (oft aus Vernunftgründen) durchaus auch mit den vorhandenen Formen. In besonderen Fällen kann jedoch selbst körperbehindernde Fettsucht der "angebeteten" Person mit weitgehender Schwerfälligkeit bis hin zur Immobilität einen entsprechend extrem veranlagten FA noch in Entzücken versetzen.

    ... auf mich trifft letzteres nicht zu... ich finde dicke Frauen nur schön, wenn sie sich selbst noch wohlfühlen... das dürfte bei Immobiliät wohl nicht mehr der Fall sein...

    LOF



    Kommt darauf an, wie die Frau damit umgeht und wie sie es akzeptieren kann oder akzeptieren will - Wohlfühlen speist sich doch eher daraus, inwieweit ich mit einem Zustand zufrieden bin oder einen solchen akzeptieren kann und positiv nutzen kann, und ich hatte persönlich schon die Erfahrung gemacht, dass es auch SuperSizes gibt, die ihre Immobilität positiv empfanden und sich damit wohlfühlten!

    Entscheidend scheint es für mich zu sein, dass sich zwei aus gleichem Antrieb und aus FREIER Entscheidung zusammentun, ohne das Zwang in Richtung Abnehmen oder Zunehmen ausgeübt wird.

  • [QUOTE=Frusty]Hallo Liriel...

    diese Frage habe ich mir auch oft gestellt und ich weiß bis heute keine Antwort darauf, wie ich mich fühle und sehe, hängt mittlerweile bei mir von der Tagesform ab und so schlage ich mich halt von einem Tag in den anderen... Aber ich kann dir sagen, das es durchaus Männer gibt, die Frauen wie uns total anziehend und erotisch finden, ich denke, die sehen etwas, was wir selbst nicht sehen können und da ist es sehr gut, das Geschmäcker durchaus verschieden sind... QUOTE]

    Dreh es doch mal um: Mir als SuperSizeFA ist es bis heute ein absolutes Rätsel, was an Frauen wie Jennifer Lopez, Heidi Klum, Claudia Schiffer, Anastacia oder Sarah Connor für meine Geschlechtsgenossen anziehend, attraktiv oder gar schön sein soll!

    Mich irritiert Dein Zwischensatz: "Frauen wie uns" ein wenig, ist es denn tatsächlich so, dass sich das Bewußtsein von Schönheit nur an der Tagesfrom festmacht??! "Beauty depends from the eyes of the beholder..." ist also völlig subjektiv, wenn Du Dich schön findest und Dein Partner Dich begehrt, dann BIST Du schön, oder nicht?!

  • Hallo
    Ich bin auch ganz neu im Forum. Habe noch Schwierigkeiten überhaupt reinzukommen und muß das Ganze noch Händeln lernen.
    Aber... Natürlich sind wir schön!!!
    Laß dir nur nichts anderes einreden.
    Ich hab in meiner Jugend aus lauter "Schüchternheit" die Liebe meines Lebens verpaßt. (Ach, dann mußt du ja den ganzen Weg allein zurück gehen.) Hätte ich nur das nicht gesagt. Ich dachte damals ich sei das nicht wert. Heute weiß ich, na, ja....
    Mach nur nicht auch solchen Fehler. Sondern greife selbstbewußt zu.
    Gruß M


  • Mir geht es auch so, dass ich all diesen (verhungerten :D) Hochglanzpuderdöschen nicht viel abgewinnen kann, weil die für mich zu männlich wirken... und ganz bissig* gesagt: ich bin nicht schwul. :D :cool: :p

    Aber all die Äußerlichkeiten sind es nicht allein, ideal ist es doch, wenn man den Menschen an sich einfach gern hat, mir persönlich gefällt ja nicht nur ein bestimmter Typ und sonst nix, ich bin da sehr beweglich und leicht für sehr vieles zu begeistern. :)


    * Achtung: Nicht ohne Kenntnisse in Ironie oder Humor konsumieren!

  • Zitat von Botero_2005

    ich hatte persönlich schon die Erfahrung gemacht, dass es auch SuperSizes gibt, die ihre Immobilität positiv empfanden und sich damit wohlfühlten!

    Die Worte hör' ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube. Ich glaube nicht, dass man Immobilität positiv empfinden kann. Sie akzeptieren, das Beste daraus machen - okay. Aber positive Aspekte wollen sich mir da nicht erschließen. Denn es ist ein bedeutender Unterschied, ob ich immobil bin, weil ich gerade einen faulen Tag habe und mich lieber noch eine Runde länger im Bett herum räkle, oder ob ich allein nicht in der Lage bin aufzustehen.

    Und ich muss sagen: Die Diskussion über die Freuden des FA geht mir allmählich ein wenig zu weit.

  • @Sopho: "Die Worte hör' ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube. Ich glaube nicht, dass man Immobilität positiv empfinden kann. Sie akzeptieren, das Beste daraus machen - okay. Aber positive Aspekte wollen sich mir da nicht erschließen. Denn es ist ein bedeutender Unterschied, ob ich immobil bin, weil ich gerade einen faulen Tag habe und mich lieber noch eine Runde länger im Bett herum räkle, oder ob ich allein nicht in der Lage bin aufzustehen."

    Ist sicher auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, ist aber durchaus so, dass Gott in seiner Freude an menschlicher Vielfalt und Buntheit auch Menschen erschaffen hat, die ihrem Zustand der Hilflosigkeit Positives abgewinnen können und etwa notwendige Unterstützung bei der Körperpflege durch den Partner auch als Akt eines tiefen zwischenmenschlichen Vertrauens und damit als persönliche Bereicherung empfinden können.

    Ich glaube hier haben wir auch einen der tieferen Gründe für die gesellschaftliche Ächtung von Dicken: Die gängigen "Werte" unserer heutigen westlichen Welt wie Mobilität, Aktivität, Dynamik, Sportlichkeit, Fitness, Kontrolle, Beherrschbarkeit und allen voran Individualität und Unabhängigkeit stehen dem Dicksein im Extremstzustand entgegen. Diese Wertezuschreibung unserer Welt ist zeitlich und kulturell konstruiert, in anderen Kulturkreisen oder Zeiten ist und war das anders.

    Während jedoch der vergleichbare Zustand von pflegebedürftigen Körperbehinderten als "unverschuldet" toleriert oder zum Gegenstand des "Mitleids" gemacht wird, wird SuperSizeDicken häufig unterstellt, sie hätten ihren Zustand einem in ihrer Persönlichkeit begründeten Mangel an Disziplin, Unbeherrschtheit oder psychischer Erkrankung ("Fresssucht") zu schulden, was sie damit zu dankbaren Objekten für gesellschaftliche Ausgrenzung und Anfeindung macht und sie oft überhaupt erst in die Isolation und Einsamkeit treibt.

    "Und ich muss sagen: Die Diskussion über die Freuden des FA geht mir allmählich ein wenig zu weit."

    Warum- was stört Dich an der Diskussion?

    Ausgangspunkt im Thread war doch die Frage danach, ob Dicke schön sein können und das Begehren des Partners als Quelle für Selbstbewusstsein nutzen dürfen. Nachdem man sich darüber, was "schön" ist oder zu sein hat, trefflich streiten kann, da es hierfür keine objektiven Maßstäbe, sondern nur individuelle und subjektive Kriterien gibt, erscheint es mir in einem Forum für Dicke durchaus legitim, dicke Frauen, die sich nicht als "schön" empfinden, mit dem Spiegel-Blick des FA zu konfrontieren, in dessen Augen eine dicke oder eben auch sehr dicke Frau durchaus sehr wohl "schön" und "begehrenswert" sein kann.

  • Missy,

    ich denke nicht, dass du die Bewunderung anderer verstehen musst.
    Aber du solltest sie akzeptieren!

    Und es kommt bei mir so an, als ob du das nicht richtig kannst.

    Es kommt mir fast so vor, als würdest du z.B. Loveroffatties oder Blockierer gleich nur Negatives unterstellen.

    Die beiden oder eben Männer, die dicke Frauen hübsch finden, können scheinbar nur negative Hintergedanken haben und sind total oberflächlich.

    So wirkt dein Schreiben auf mich.

    Aber jeder hat doch einfach Vorlieben.
    Das muss doch nicht bedeuten, dass sie Fetischisten sind, die das Fett an der Frau mehr lieben als die Frau.

    (by the way glaube ich, dass das eher die Männer machen, die auf sehr schlanke Frauen stehen...ich glaube, dort ist es häufiger so, dass die Figur der Frau über der Frau steht. Es gibt meiner Meinung nach mehr Männer, die eine schlanke Frau verlassen, wenn sie 10 Kilo zunimmst, als Männer, die dicke Frauen lieben, diese dicke Frau aber 10 oder 20 Kilo abnimmt!)

    Sicher, solche gibt es auch, die gibt es in jedem Bereich. Aber bei Männern, die dicke Frauen lieben, wird von vielen sofort ein krankhafter Fetisch vermutet und das finde ich absolut nicht fair.

    Du sagst, du kannst diese Vorliebe nicht verstehen.

    Nun, ich kann auch nicht verstehen, wie jemand Oliven essen kann, ich finde, die schmecken abscheulich.
    Aber wenn jemand Oliven mag, beeinflusst das doch absolut nicht meine Gefühle für diesen Menschen. Es kann doch nicht sein, dass ich an seinem Verstand zweifle oder ihn für dumm und naiv halte oder sonst was, nur weil derjenige Oliven mag, die ich so eklig finde.

    Überzogen gesagt finde ich aber, dass du dich Loveroffatties gegenüber genauso verhälst.
    Es kommt so rüber, als ob du ihm nicht glauben würdest und ihm irgendwelche "böse Absichten und Charakterzüge" unterstellst.

    Finde ich nicht gut, denn genau so ein Verhalten führt dazu, dass viele Menschen sich gar nicht trauen, ihre Vorlieben öffentlich zu zeigen...aus Angst, nicht akzeptiert zu werden, genauso, wie du hier scheinbar die Akzeptanz nicht hast.

    So kommt es bei mir wirklich an.

  • Zitat

    Ist sicher auf den ersten Blick schwer nachzuvollziehen, ist aber durchaus so, dass Gott in seiner Freude an menschlicher Vielfalt und Buntheit auch Menschen erschaffen hat, die ihrem Zustand der Hilflosigkeit Positives abgewinnen können und etwa notwendige Unterstützung bei der Körperpflege durch den Partner auch als Akt eines tiefen zwischenmenschlichen Vertrauens und damit als persönliche Bereicherung empfinden können.


    @Botero - das geht mir jetzt doch zu weit, bei aller Liberalität im zwischenmenschlichen Bereich.
    Mein Onkel hat in der Gefangenschaft bei Minenräumen das Augenlicht und die Hände verloren. Als er nach Hause kam, musste seine Frau auch die Körperpflege bis hin zur Reinigung nach dem Toilettengang übernehmen. Meine Tante tat dies aus Liebe, aber sicher nicht um eine persönliche Bereicherung zu empfinden. Für meinen Onkel war es entsetzlich und dass er dabei etwas Positives empfunden hat, kann ich mir bei besten Willen nicht vorstellen, im Gegenteil, er war sooft depressiv und fand es als entwürdigend, dass er so sehr von einem anderen Menschen abhängig war.
    Es ist vollkommen egal welchen Typ von Menschen man bevorzugt, ob dünn, schlank , groß klein oder eben dick, aber sich an der Hilflosigkeit eines dicken
    Menschen aufzugeilen ist für mich ebenso pervers wie an der Hilflosigkeit eines Kindes.
    Auch wenn hier vielleicht kein Straftatbestand vorliegt so sollte es zumindest gesellschaftlich sanktioniert werden.

    toni

  • Oh mann wo sich das wieder alles hinentwickelt... Leute, warum vertieft ihr euch in Mutmaßungen, Unterstellungen und Grabenkämpfen? Hat das mit dem eigentlichen Thema hier was zu tun?



  • Erst genau lesen, dann losschäumen - hier habe ich mich offenbar mißverständlich ausgedrückt: es geht darum, dass die Wahrung der Würde in einem per se entwürdigenden Zustand wie der Körperpflege als eine Chance gesehen werden kann, ein besonderes Vertrauensverhältnis zwischen zwei Menschen aufzubauen - hier geht es nicht um Sex oder ums Aufgeilen, sondern im Verständnis, Fürsorge und Vertrauen, alles Dinge, die auch Basis einer Beziehung zweier sich liebender Menschen sein können. Es ist leider auch ein Phänomen unserer Zeit, die Verbindung der Liebe immer ausschliesslich unter der Perspektive einer einseitig ausgerichteten sexuellen Triebbefriedigung wahrzunehmen!

    Gleichzeitig glaube ich, dass Du mich auch gar nicht verstanden hast oder verstehen wolltest: Als Buddhist glaube ich, dass wir in der westlichen Welt sehr stark einer Illusion von "Unabhängigkeit" nachhängen und "Selbstbestimmung" als scheinbar erstrebenswertem Wert vergötzen, alles, was uns hier beeinträchtigt, uns hilflos und ohnmächtig macht (etwa Körperpflege) berührt unser Wesen und unser Ego auf das Empfindlichste. Eine Illusion ist es deshalb, weil wir tagtäglich von anderen abhängig sind, wir verdrängen das bloß, bis uns Krankheit, Alter oder Behinderung mit diesem Zustand konfrontieren und uns klar machen, wie wenig wir uns beizeiten in Demut und Bescheidenheit geübt haben, um diesem Zustand der Hilflosigkeit begegnen zu können - wir werden wütend, ohnmächtig und verbittert. Schicksale wie die Deines Onkels sind tragisch und entsetzlich, in ihrer Totalität bietet sich aber immer auch die Chance zu persönlichem Wachstum zu Entwicklung und Bereicherung, DIES ist die durch Krankheit am eigenen Leib erfahrene Kehrseite erzwungener Abhängigkeit!

    Zu keinem Moment wollte ich einer sexuellen Ausbeutung von Menschen gleich welcher Art das Wort reden, meine Anmerkungen in die Nähe einer Rechtfertigung von Kindesmißbrauch rücken zu wollen, empfinde ich aber offen gesagt als Unverschämtheit!

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