Hallo,
gleich mal mit der Tür ins Haus fallend: ich bin total am Ende. War gerade bei meiner Hausärztin, nachdem ich mal wieder ein Rezept für meine Schilddrüsenhormone braucht (habe/hatte Schilddrüsenkrebs) und ein Rezept über Lymphdrainagen (wg. Lymphödem, das ich seit einem „Hormonentzug“ vor einer Radiojodtherapie im Zusammenhang mit der Krebsnachsorge habe).
Nun ja, das Rezept für die Hormone hab ich noch bekommen. Aber die Lymphdrainagen wollte mir die Ärztin nicht verschreiben. Denn, so sie, müsse ich gegen das Lymphödem jetzt selbst was tun. Ich solle mehr Laufen und außerdem abnehmen. Ich solle doch zu den Weight Watchers gehen oder zu einem Kurs einer Krankenkasse. Es gehe auf jeden Fall nicht, daß ich weiter der Krankenkasse zur Last falle, schließlich wäre ich ja jetzt erst von Arzt zu Arzt gelaufen (seit 2 Monaten wg. ungeklärten halbseitigen Gesichtsschmerzen) und wäre sogar im Krankenhaus gewesen (wg. der Gesichtsschmerzen!). Da seien hohe Kosten entstanden. Jetzt könne sie mir nicht weiterhin mein Leben lang die Lymphdrainagen verschreiben. Und vor allem deshalb nicht, weil ich nichts gegen mein Übergewicht mache.
Ich fragte sie, warum sie mir unterstelle, ich würde nichts dagegen tun, das könne sie doch gar nicht wissen. Außerdem sei doch auch die Frage, warum der Großteil meines Übergewichtes vor und nach der Schilddrüsenoperation entstanden sei, dies war noch nie für irgend einen Arzt von Interesse.
Vor Weihnachten unterstütze sich mich noch dahingehend, daß sie mir eine Überweisung zum Endokrinologen geben wollte. In diesem Zusammenhang heute noch mal darauf angesprochen, meinte sie nur, ich könne von Arzt zu Arzt rennen, das würde auch nichts bringen, mein Gewicht müsse ich schon selbst bekämpfen. Außerdem kämen ja bald noch Folgeerkrankungen auf mich zu. Knieprobleme, Wirbelsäulenprobleme, Diabetes usw.
Leider kamen mir wieder einmal nur die Tränen, so dass ich viele Argumente nicht mehr wirklich sachlich rüberbringen konnte, wenn überhaupt. Mal wieder komme ich vor, als wäre ich gegen eine Wand gelaufen.
Auch jetzt sitze ich noch da, die Tränen laufen mir herunter, ich ärgere mich, bin verzweifelt, mag wirklich bald zu keinem Arzt mehr. Warum fühle ich mich nur so hilflos ausgeliefert? Warum ist an jedem und allen nur mein Übergewicht schuld?
Grüße an euch alle, die mir bisher schon viel geholfen habt, auch wenn ich oft nur mitlese. Das Forum ist super!
Nette
Hausärztin
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Nette -
11. Januar 2005 um 18:39 -
Geschlossen
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Liebe Nette,
kennst Du denn Deine Schilddrüsenwerte? Die würde ich mir mal als Allererstes von Deiner Ärztin besorgen. Sie soll Dir die Laborberichte seit Deiner OP kopieren. Sie muss das tun, auch wenn sie Dir etwas anderes erzählen sollte. Du hast einen Anspruch darauf. Lediglich die Kopierkosten kann sie Dir berechnen.
Wenn Du die aktuellen Werte dann hast, dann würde ich die mal bei http://www.die-gesunde-schilddruese.de und gerne auch bei uns posten. Dann sehen wir mal weiter. Flüssigkeitseinlagerungen können durchaus auch mit einer Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen zusammenhängen.
Ich kann Dich so gut verstehen. Ich habe diese Abbügeleien selbst Jahrzehnte lang ertragen. Man fühlt sich schlecht, weiß definitiv, dass etwas fehlt, etwas nicht stimmt und mutiert peu-à-peu zum Simulanten ... in den Augen der Ärzte. Lasse Dich davon nicht von Deinem Weg abbringen. Es geht Dir nicht gut und Du hast einen Anspruch darauf, dass daran etwas geändert wird, letztlich auch zum Vorteil der Krankenkasse. Wenn ich mir überlege, wieviel Kosten für Hautarztbesuche, Darmspiegelungen, psychologische Gutachten und was weiß ich nicht noch alles die Krankenkasse gespart hätte, wenn mir die maximal 10 Euro (für 12 Wochen) teuren Schilddrüsenhormone in ausreichender Menge verschrieben worden wären, dann wird mir ganz schlecht.
Ruf' gleich morgen Früh dort an und nimm die Sache selbst in die Hand. Ich wünsche Dir die Kraft dafür. Du wirst das hinkriegen.
Liebe Grüße
Crassa -
Hallo Nette,
erst mal einen dicken *Knuddler* für Dich
.
Du solltest Dir umgehend einen neuen Hausarzt suchen !
Ich finde es eine Unverschämtheit, wie sie mit Dir umgegangen ist. Dazu hat sie einfach kein Recht.
Besonders ärgert mich die Aussage, Du hättest die Kassen genug Geld gekostet.
Gerade die Ärzte beschei*en die Krankenkassen am meisten und zocken sie ab. Da hat die gute Dame wohl etwas verwechselt.
Also Nette: Einen Überweisungsschein muß sie Dir geben. Du hast bei ihr die 10 EUR Praxisgebühr bezahlt und somit ist sie verpflichtet, Dir die notwendigen Ü-Scheine auszustellen.
Als nächstes suchst Du Dir bitte -wie oben bereits erwähnt- einen neuen Arzt. Es ist sicher nicht einfach, einen Arzt zu finden, der passt. Aber Du solltest es versuchen.
Ich hatte damals auch so schlechte Erfahrungen mit meiner Hausärztin gemacht und danach aufgrund eines Tipps einer Kollegin einen guten Internisten gefunden.
Du hast eine Krankheit, mit der nicht zu spassen ist. Schon deshalb hätte die Ärztin sich jeden Kommentar kneifen können.
Du hast es nicht nötig, Dich so behandeln zu lassen. Und vor allem brauchst Du Kraft für Dich und solltest diese nicht in Diskussionen mit diesem ungehobelten Klotz vergeuden.
Ich wünsche Dir von Herzen alles Gute :). -
Hallo Crassa,
die ganzen Berichte von der Operation und Nachsorgeterminen sammle ich schon seit den OP´s vor fünf Jahren. Alleine schon wegen meines Umzuges vom Münsterland (wo ich auch operiert wurde) zurück nach Bayern.Hier mal die Werte (bei 325 ug Euthyrox tägl. - soll nun probeweise auf 275 ug reduziert werden)
FT4 18,6 pmol/L
FT3 3,2 pmol/L
TSH <0,03 mU/L
Tg > 0,2 ng/ml bei einer Tg-Wiederfindung von 99%Wobei ich mich da echt noch nie auf nen Hausarzt verlassen habe, die haben da wirklich wenig Ahnung. Leider verlassen sich auch die Kliniken wiederum auf die Hausärzte, daß diese auf Veränderungen, Probleme etc. einwirken. Was aber nicht geschieht.
Gruß und Danke
Nette
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Hallo ChaosBine,
nun, sie ist nicht die erste Ärztin mit der ich es probiere. Leider sind die Erfahrungen immer ähnlich. Deswegen bin ich auch so entmutigt. Was mich besonders bestürtz, sie ist nicht nur Internistin, sondern auch Psychotherapeutin. Da hätte ich etwas mehr erwartet.
Den Überweisungsschein hab ich bekommen, nur das Rezept nicht.
Nun geht die Sucherei wieder los. Muß dazu sagen, daß ich bis Sommer ne Hausärztin hatte, die sich zwar auch nicht so ausgekannt hat, aber jederzeit Überweisungen bzw. Rezepte ausgeschrieben hat. Die ist nun leider in Pension. Seit dem probier ich und probier ich. Bisher mit wenig Erfolg, wie man sieht.
Danke für deine Wünsche und den Knuddler!
Liebe Grüße
Nette -
Entschuldigung Nette, das hatte ich falsch gelesen mit dem Rezept !
Ich finde es unfassbar, dass diese Ärztin auch noch Psychotherapeutin ist. Das kann man gar nicht glauben.
Kann Dir nicht vielleicht die Klinik einen guten Arzt empfehlen?
Oder gibt es nicht auch im Internet spezielle Foren zur Schilddrüsenproblematik, wo Dir gute Ärzte in Deiner Nähe empfohlen werden können ? -
Hallo ChaosBine,
gibt es doch nichts zu entschuldigen. Ist ja echt eine Kleinigkeit.
Die Klinik ist leider über 200 km entfernt, so daß die von der Region hier echt weniger Ahnung haben. Die Ärzte dort hab ich auch schon mal gefragt, ob es denn normal ist, daß man trotz absichtlicher Überfunktion durch die Hormone so zunehmen kann (immerhin 40 kg in 5 Jahren). Der Doc meinte nur, er könne mir nicht nur, weil ich abnehmen will, mehr Hormone verordnen.
Auf das Internetforum, welches Crassa oben erwähnt, bin ich dank eines schon länger zurückliegenden Beitrages, ich glaube auch von Crassa, schon gestossen.
@ Crassa: Danke nochmal auf den Tip!
Das die Ärztin auch noch Psychotherapeutin ist, finde ich auch nicht nachvollziehbar. Und das nicht nur aufgrund meines heutigen Besuches, der war nur noch das Tüpfelchen auf dem i.
Nochmal Danke für dein Mitgefühl,
lieben Gruß
Nette -
Liebe Nette,
ich hab' keine Ahnung, was Lymphdrainagen sind, vermute aber, dass das so was ähnliches ist wie Massage und Krankengymnastik.
Bei Krankengymnastik ist es jedenfalls so, und zwar flankierend zu den Gesundheits-Spar-Gesetzen, dass die "Weisen" sich auf eine Maximalanzahl Anwendungen verständigt haben, die zur Behebung der zu behandelnden Symptomatik ausreichen sollen. Alles, was darüber geht, muss vom Arzt extra begründet und von den Krankenkassen genehmigt werden - das gilt ab 1.7.2004. Und last but not least - wenn man/frau eine Serie Anwendungen - eben die oben erwähnte Maximalzahl! - erhalten hat, muss man/frau 2 Quartale aussetzen.
Vielleicht war das der Grund für das Verhalten Deiner Ärztin...Aber ich will da nichts schönreden. Ich kann Dir lebhaft nachfühlen, wie verletzt Du bist...Mir hat vor 23 Jahren auch mal ein Arzt wegen meines Übergewichtes (80 kg bei 175 cm Länge damals) den Spruch gegönnt, dass ich die Rentenkassen ausbeute, weil ich nicht bereit war, auf Null-Diät zu gehen (war in 'ner Reha!). Ich könnte diesen Ar... heute noch meucheln!
Ich wünsch' Dir, dass Du ganz schnell wieder einen Arzt findest, der Dich akzeptiert und bei dem Du Dich geborgen fühlen kannst!
Sei ganz lieb gedrückt!
stübbken
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Hallo Nette,
es ist zwar richtig, dass die Rezepte für Lymphdrainagen immer nur auf 6 Stck. begrenzt werden dürfen (äußerst schwachsinnige Regelung), aber entsprechend werden immer Folgerezepte ausgestellt.
Ein Lymphödem ist in den meisten Fällen eine chronische Angelegenheit, d.h. um eine Verschlimmerung zu vermeiden muss regelmäßig die Behandlung erfolgen. Suche Dir einen Arzt, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, denn leider haben die meisten Ärzte keine Ahnung von der Problematik des Lymphsystemes.
Viel Glück!
Gruss aus Dortmund
Die Brockenhexe -
WENN du dir nen anderen Arzt suchst geh doch bitte zu deinem jetztigen Arzt und hole deine ganzen Unterlagen ab. Die stehen dir zu weil es deine sind. Mit denen gehst dann zum nächsten Arzt. 1. wichtig weil der Folgearzt alles wissen sollte 2. wichtig weil dein jetztiger Arzt dann weiß, daß du bewußt gehst... (find ich halt)
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Zitat von stübbken
Bei Krankengymnastik ist es jedenfalls so, und zwar flankierend zu den Gesundheits-Spar-Gesetzen, dass die "Weisen" sich auf eine Maximalanzahl Anwendungen verständigt haben, die zur Behebung der zu behandelnden Symptomatik ausreichen sollen. Alles, was darüber geht, muss vom Arzt extra begründet und von den Krankenkassen genehmigt werden - das gilt ab 1.7.2004. Und last but not least - wenn man/frau eine Serie Anwendungen - eben die oben erwähnte Maximalzahl! - erhalten hat, muss man/frau 2 Quartale aussetzen.
Vielleicht war das der Grund für das Verhalten Deiner Ärztin...stübbken
Hallo Stübkken,
die neue Heilmittelverordnung kenne ich, glaube nicht, daß das ihr Problem war. Denn von ihr habe ich erst 6 Lymphdrainagen verschrieben bekommen.
Wobei ich über Sinn und Unsinn dieser Heilmittelverordnung auch meine Meinung habe, nicht unbedingt positv den "Erfindern" gegenüber.
Ich hoffe auch, daß ich bald einen besseren Arzt finde, hab hier aus dem Forum nen tollen Tip bekommen.
Sei ganz lieb gegrüßt
Nette -
Zitat von Brockenhexe
Ein Lymphödem ist in den meisten Fällen eine chronische Angelegenheit, d.h. um eine Verschlimmerung zu vermeiden muss regelmäßig die Behandlung erfolgen. Suche Dir einen Arzt, der sich auf dieses Gebiet spezialisiert hat, denn leider haben die meisten Ärzte keine Ahnung von der Problematik des Lymphsystemes.
Hallo Brockenhexe,
ich darf mich also gleich mit zwei Krankheiten rumschlagen, von denen die meisten Ärzte keine Ahnung haben.
Bin ich froh, daß ich zum einen in meiner Ergotherapie-Ausbildung eine medizinische Grundbildung erhalten habe und außerdem mich immer gleich um Fachliteratur kümmere. Leider mag es nicht jeder Arzt, wenn ein Patient gut informiert ist. :p
Ich muß sagen, heute ärgere ich mich nur noch (das dafür umso mehr!) über die Unverschämtheit dieser Person.
Ich finde auf jeden Fall was besseres!
Liebe Grüße nach Dortmund aus dem tiefen Franken
Nette
P.S. Eigentlich sollte man meinen, daß Ärzte in einem so langen Studium auch mal was von "Umgang mit Menschen" lernen und mitbekommen..... -
Zitat
P.S. Eigentlich sollte man meinen, daß Ärzte in einem so langen Studium auch mal was von "Umgang mit Menschen" lernen und mitbekommen.....
@ Nette
Ja, das sollte man meinen, aber leider ist das oft nur in der Theorie so. Ich selber kann mich über meine Hausärztin und einige andere behandelnde Ärzte nicht beschweren, im Gegenteil, ich habe sehr viel Glück bei meiner Auswahl gehabt.
In den letzten zwei Jahren war ich allerdings oft im Krankenhaus und dort habe ich teilweise irre Gespräche gehabt...da habe ich mich öfter gewundert, was sich so alles Arzt nennen darf...
Gruss aus Dortmund
Die Brockenhexe -
Es ist zwar so, dass auch Ärzte Menschen sind und dass Menschen bekanntlich menscheln, aber wenn sie menscheln, trifft's einen doch so mehr, weil man/frau ja nicht zum Arzt geht, wenn man/frau bärenstark ist und Bäume ausreißen könnte (ganz zu schweigen von der Kraft zur Selbstverteidigung!)!
stübbken
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