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Der blaue Salon
Nicht-dicke Plaudereien.

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Alt 01.08.2014, 13:36   #1
uwed100
Gast
 
Standard Rechtschreibung

Ist euch korrekte Rechtschreibung in Internetforen, bei YouTube etc. wichtig ?
Mir inzwischen nicht mehr..... In meiner Generation wurde man auf dem Gymnasium noch zum "Grammatik - und Rechtschreibnazi" erzogen.Ich hab diese Einstellung einfach abgelegt und schaue nur noch
darauf, was einer sagt, und nicht mehr wie er es schreibt.
Natürlich freue ich mich immer noch über gelungene Formulierungen, bewerte das aber nicht höher als die dahinter
stehende Meinung.
Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, daß das formale Bildungsniveau rein gar nichts darüber aussagt, ob jemand sympathisch / freundlich / vernünftig / liebeswürdig etc. ist.

Deshalb ist mir Rechtschreibung inzwischen gleichgültig und keineswegs ein "Ausschlußkriterium".
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Alt 01.08.2014, 14:03   #2
MeiersJulchen
Moderatorin
 
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Registriert seit: 28.08.2004
Beiträge: 7.055
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Wenn nicht nur einfach seine Meinung rausballern will, sondern auch wünsche, daß die Leser im allgemeinen und die Gesprächspartner im besonderen die Informationsaufnahme als ausreichend angenehmen empfinden, um die Kommunikation letztendlich fortzuführen, dann gehört ein ausgewogener Schreibstil schlichtweg zu den Grundsätzen der Höflichkeit und des Respekts.

Vor allem in Foren.

Was an Einzeilern bei Facebook und Youtube hingerotzt wird, ist mir scheißegal, aber wer sich mit mir austauschen will, hat in sein Schreiben gefälligst mindestens soviel Arbeit reinzustecken wie ich ins Lesen.
MeiersJulchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 14:05   #3
uwed100
Gast
 
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Und wer das mangels Schulbildung nicht kann, Meiers Julchen ?
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Alt 01.08.2014, 14:09   #4
enibaS
Gast
 
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Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen
Deshalb ist mir Rechtschreibung inzwischen gleichgültig und keineswegs ein "Ausschlußkriterium".
Mir ist Rechtschreibung wichtig. Nicht nur, weil ich beruflich damit zu tun habe. Ich finde, das eine gute Rechtschreibung die "Visitenkarte" eines Menschen ist und es hat mit Respekt zu tun.

Diese "dahingerotzte" Schreibform der Jugendlichen finde ich einfach nur furchtbar. Sei es in einem Forum oder einfach nur auf Facebook.
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Alt 01.08.2014, 14:15   #5
MeiersJulchen
Moderatorin
 
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Beiträge: 7.055
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Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen
Und wer das mangels Schulbildung nicht kann, Meiers Julchen ?
Dann soll er jemanden finden, der sein ernsthaftes Anliegen ausreichend ausformuliert.

Wir hatten hier schon mal einen User, der genau das tatsächlich getan hat. Das fiel erst auf als die Beiträge mal super lesbar und dann wieder Schrott waren. In den Schrott-Tagen war sein Helfer nicht kurzfristig zur Hand. Er war also von vorneherein sichtlich bemüht, dieses Problem nicht zu dem seiner Leser zu machen, denn inhaltlich ging es um etwas ganz anderes.

Wir hatten auch schon mal einen Gehörlosen, der hier mitschrieb und durch teilweise ganz seltsame Grammatikkonstruktionen auffiel. Das erklärte sich dann aber damit, das die Gebärdensprache anders "gebaut" ist und in gewissen Bereichen vom Geschrieben und Gesprochenem stark abweicht. Das ist ok, denn das ist mehr oder weniger als würde man sich mit einem Fremdsprachler unterhalten.

In beiden Fällen lag keinerlei Scheißegal-Rotzigkeit vor.

Aber wer meint, daß die Leser schon intelligent genug wären, sich den Scrabblemüllhaufen auseinanderzusortieren, weil man einfach keinen Bock hat ... nö sorry. Is nicht.
MeiersJulchen ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 14:29   #6
Fräulein Wunder
Gast
 
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Natürlich ist es wichtiger was jemand inhaltlich schreibt und natürlich soll es nicht so sein, dass Menschen ihre Meinung nicht äußern, weil sie Angst davor haben Rechtschreibfehler zu machen und diese dann kommentiert werden ...


Aber grundsätzlich ist Rechtschreibung für mich schon ein Ausdruck von Höflichkeit und Respekt dem anderen gegenüber - ein Zeichen, dass ich mir die Zeit und die Mühe gemacht habe den Beitrag so gut es mir möglich ist zu gestalten.

Ich gehe ja auch nicht mit fettigsträhnigen Haaren und ungewaschen zur Arbeit.
Diese äußeren Eindrücke fallen bei der schriftlichen Kommunikation alle weg, umso mehr liegt (für mich) der Augenmerk auf der Textgestaltung.

Schlampige Beiträge lesen sich für mich wie Trauerränder unter den Fingernägeln.

Während bei letzterem alle "Igitt" ausrufen und entsetzt die Meinung vertreten, dass jeder Mensch sich heutzutage Seife leisten und sich sauber halten kann, ist die Ansicht, dass jeder User sich heutzutage eine sekundenschnelle Rechtschreibprüfung leisten kann weit weniger beliebt.

Alleine schon dass Du Dein in der Schule erworbenes Wissen heute als Rechtschreib-Nazismus verstehst spricht Bände in wie weit sich die Wahrnehmung verändert hat.

Bemerkungen zur Rechtschreibung anderer habe ich mir schon lange abgewöhnt, es bringt nichts und verwässert meist nur die Diskussion ... aber die "Dis-kreminierung" die "Tol-leranz" "funzt bei mir net" da zieht sich bei mir alles zusammen.

Ich war in der Schule nun wirklich kein Rechtschreibheld und bin es auch heute nicht (ich sag nur: Kommasetzung!), aber ich merke, dass viel Lesen hilft die Rechtschreibung zu verbessern.

In Zeiten in denen ich wenig lese beginnt meine Rechtschreibung deutlich zu leiden ... deshalb finde ich die generelle Wurschtigkeit der Rechtschreibung gegenüber zusätzlich blöd, denn wenn man hundert Mal "Dis-kreminierung" gelesen hat, schreibt man es irgendwann unwillkürlich auch so.

Davon ausgenommen sind natürlich Legastheniker, oder Menschen deren Muttersprache nicht Deutsch ist ... aber meist schreiben genau diejenigen es dazu und entschuldigen sich, während die Leute die einfach zu faul sind ihren eigenen Beitrag nochmal durchzulesen sich wahnsinnig aufregen, wenn jemand etwas zu ihrer Schreibweise anmerkt.

Geändert von Fräulein Wunder (01.08.2014 um 14:40 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler bei "Legastheniker" verbessert :-)))
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Alt 01.08.2014, 14:51   #7
elltee
Hier qualmt die Tastatur
 
Benutzerbild von elltee
 
Registriert seit: 08.05.2012
Beiträge: 259
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Seit der Rechtschreibreform interessiert mich die Rechtschreibung nicht mehr. Wenn mir Leute vorschreiben wollen, "Alptraum" mit b zu schreiben oder "recht haben" groß, dürfen sie sich nicht wundern, wenn ich mich nicht mehr bemühe, möglichst wenig Schreibfehler zu machen.

Ganz im Gegenteil. Weil immer mehr Menschen vors Genitiv-s oder sogar vors Plural-s ein Apostroph setzen, verwende ich Apostrophe gar nicht mehr, auch nicht mehr da, wo sie hingehören. Sowas nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit.
elltee ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 15:03   #8
Daena
Viele Gedanken - viele Worte
 
Registriert seit: 12.11.2013
Beiträge: 237
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Kommt doch auf die Plattform an.
Arbeitswelt: sehr wichtig
Diskussion: wichtig
sonstiges (Chat, Gamerszene): weniger wichtig

Kommt auch drauf an was man unter "richtig" versteht.
Man muss sich gegenseitig verstehen. Die Grenzen was einen stört sind eben, wie immer, verschieden.
Daena ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 15:09   #9
sunny73
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Ich kann mich der Mehrheit nur anschließen.

Durch meinen Beruf habe ich den ganzen Tag mit geschriebener Sprache zu tun und es tut mir manchmal wirklich in den Augen weh, was der ein oder andere zur Tastatur bringt.
Auch ich unterscheide zwischen "ist mir doch egal" und "es geht aus diesem/jenem Grund nicht besser".

Mir ist es einfach zu mühseelig, mir Interpunktion, Satzbau und überhaupt den Sinn von etwas selber zusammensuchen zu müssen. Wenn ich das will, mach ich Wörtersuche im Rätsel. Oder an Julchen angelehnt, ne Runde Scrabble.
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Alt 01.08.2014, 17:04   #10
silas
Viele Gedanken - viele Worte
 
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Beiträge: 177
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also ich bin da sehr entspannt, was auch daran liegt, dass ich zb 2 Menschen bei mir im Freundeskreis habe, die nur sehr schlecht lesen und fast gar nicht schreiben können. Sie sind in den 70ern durchs Raster gefallen, der eine ist in der Schule nicht mehr mitgekommen, weil die Eltern jedes Jahr umgezogen sind und sich getrennt haben.

Und bei dem anderen gab es eben viele Probleme in der Familie, die Mutter kann selber nicht richtig lesen und schreiben. Sie landeteten dann ganz schnell in einer Sonderschule, dort widerum richteten sich der Lernstoff und das Lerntempo immer nach dem schwächsten Kind, was zur Folge hatte, das diese beiden Personen überhaupt nicht mehr gefördert wurden.

Die Vorurteile sind hingegen immens. Entweder spotten die Menschen darüber, oder sie sind peinlich berührt, meist gelten solche Leute als "faul" ("machen nichts aus ihrem Leben"). Also das Übliche. Und natürlich hört man diese Vorurteile auch sehr, sehr häufig von den sogenannten "gebildeten Menschen". Eben weil sie sich gar nicht mit den Hintergründen oder den Biografien der Betroffenen befassen (und das, obwohl sie ja eigentlich belesen sind).

Von daher, jemand der es nicht besser kann und sich dennoch traut, öffentlich zu schreiben (es zu versuchen), vor dem habe ich größten Respekt.

Ärgerlich finde ich es bei denjenigen, die einen Text schlichtweg nicht mehr überarbeiten und korrigieren, ihn dann mit dutzenden Flüchtigkeitsfehlern einstellen, obwohl sie es besser könnten und besser wissen.

Und manche neigen sehr stark dazu, andere korrigieren zu müssen. Da wird man dann auch schonmal beschimpft, wenn man ein einzelnes Wort falsch schreibt....

Daher, ich finde es sogar gut, wenn man verbessert wird, denn irgendwer weiß es natürlich auch besser. Aber dann bitte ganz entspannt und freundlich, nicht in einem belehrenden Tonfall.
silas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 17:18   #11
silas
Viele Gedanken - viele Worte
 
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Zitat:
Zitat von elltee Beitrag anzeigen

Ganz im Gegenteil. Weil immer mehr Menschen vors Genitiv-s oder sogar vors Plural-s ein Apostroph setzen, verwende ich Apostrophe gar nicht mehr, auch nicht mehr da, wo sie hingehören. Sowas nenne ich ausgleichende Gerechtigkeit.
hier fände ich es schöner, wenn man diese "Fachbegriffe" mit Fallbeispielen kombinieren würde. So nämlich muss ich erstmal googeln um zu gucken, was überhaupt gemeint ist. Und vielen geht es genauso, nur "outen" sich die wenigsten, aus Angst als "ungebildet" abgestempelt zu werden.

Ich finde, bei konkreten Beispielen tun sich einfach viele leichter und es geht vor allem schneller, wenn man gleich ein Beispiel vor Augen hat, was gemeint ist. Ich würde jetzt zur Not googeln, ein anderer vielleicht nicht.

Deutsch und die Rechtschreibung/Grammatik wäre für viele leichter, wenn man die Dinge praktischer erklären würde. Stattdessen gibt es für alles und jedes einen Fachbegriff, ein eigenes Regelwerk und für all das dann nochmal einen Oberfachbegriff. Damit tun sich viele schwer und geben dann zu schnell auf.

Ich finde, es würde reichen, wenn es ein paar Grundregeln geben würde. Lesen und schreiben kann man sicherlich auch lernen, ohne diese ganzen Begriffe, die auch in der Schule sehr viele Kinder mehr verwirren als das sie hilfreich sind.

Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung alleine auf weiter Flur. Nur, meine Eltern bspw haben ja auch lesen und schreiben gelernt, ohne diesen ganzen "Firlefanz". Mir ist auch klar, dass es Regeln braucht, an die man sich halten kann, wenn man verstehen will, warum dies oder jenes so und nicht anders geschrieben wird. Aber ich finde, es ist einfach zuviel von allem, und viel zu verwirrend.
silas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 17:19   #12
nessi
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Ja, mir sind Rechtschreibung und Grammatik sehr wichtig. Wenn ich mir unsicher bin, wie ein bestimmtes Wort geschrieben wird, habe ich auch kein Problem damit, das extra zu googeln.
Ich lese aber auch schon von klein auf gern und viel, wenn ich also in Foren, auf Arbeit oder wo auch immer Texte lese, fallen mir einfach unbewusst fehlende Kommas und sowas auf (das einzige, worauf das nicht zutrifft, sind diese komische Sonderregeln, wann man Wörter getrennt/ zusammen schreibt und ob die dann groß oder klein geschrieben werden).
Ich kann verstehen, dass es bestimmten, hier schon genannten Personenkreises schwerer fällt, korrekt zu schreiben und habe dafür auch Verständnis.
Was ich jedoch nicht akzeptieren kann, sind hingerotzte Texte, bei denen nicht nur die Interpunktion sondern schon das Treffen der korrekten Tasten anscheinend purer Zufall sind. Das zeugt für mich wahlweise von mangelnder Bildung oder auch mangelndem Respekt dem Gesprächspartner gegenüber.
Anders sehe ich das wiederum in textbasierten Umgebungen, wo es vor allem auf die Schnelligkeit ankommt, bspw. Chats. Da ignoriere ich auch sowas wie Groß- und Kleinschreibung, bemühe mich aber trotzdem um die Setzung von Satzzeichen, damit das Geschriebene verständlich ist. Natürlich kann es in einem solchen Rahmen häufiger passieren, dass man mal eine falsche Taste trifft.
nessi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 17:43   #13
Fräulein Wunder
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Zitat:
Zitat von silas Beitrag anzeigen
hier fände ich es schöner, wenn man diese "Fachbegriffe" mit Fallbeispielen kombinieren würde. So nämlich muss ich erstmal googeln um zu gucken, was überhaupt gemeint ist. Und vielen geht es genauso, nur "outen" sich die wenigsten, aus Angst als "ungebildet" abgestempelt zu werden.

Ich finde, bei konkreten Beispielen tun sich einfach viele leichter und es geht vor allem schneller, wenn man gleich ein Beispiel vor Augen hat, was gemeint ist. Ich würde jetzt zur Not googeln, ein anderer vielleicht nicht.

Also auch wenn mich jetzt alle hassen, aber ich schreibe es trotzdem.

Der Genetiv ist kein Fachbegriff, sondern Stoff der 5. Klasse, ich denke das Wort kann man bei den meisten als Wissen voraussetzen, zumal das sogenannte "Deppenapostroph" inzwischen überall ein geflügeltes Wort ist.

Dass Deine Eltern ohne Genetiv lesen und schreiben gelernt haben wage ich zu bezweifeln

Ich verstehe nicht was so schlimm daran ist etwas zu lernen ... erst recht wenn jeder die Möglichkeit hat sich die Antworten innerhalb von Sekunden zu ergooglen ...

Sollen deshalb alle auf dem möglichst kleinsten gemeinsamen Nenner kommunizieren, nur damit niemand selbst denken oder gar etwas nachschlagen muss?

Woher kommt diese Anspruchshaltung?


Warum ist Wissen und Bildung zu etwas verwerflichem und schlechtem verkommen, für das man sich zu schämen hat?

Natürlich muss man Bildung nicht angeberisch raushängen lassen, aber stolz auf sein eigenes Unwissen muss man auch nicht sein, oder fordern dass alle sich auf ein minimales Niveau einigen, damit man sich ja nie strecken oder anstrengen muss.

Geändert von Fräulein Wunder (01.08.2014 um 18:09 Uhr)
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Alt 01.08.2014, 18:01   #14
Fräulein Wunder
Gast
 
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Und damit keine Missverständnisse entstehen - ich finde es weder schlimm, noch peinlich, noch verwerflich nicht zu wissen was der Genetiv ist ... aber ich finde es schon zumutbar, dass man sich sowas dann selbst mit Hilfe von Büchern, oder durch Nachfragen oder Google aneignet.

Den Anspruch, dass jeder jeden versteht finde ich zu hoch (bzw. eben zu niedrig angesetzt) - in ganz besonderem Maße beim geschriebenen Wort. Bei einem Vortrag oder im Gespräch ist das sicher nochmal etwas anderes.
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Alt 01.08.2014, 20:41   #15
enibaS
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Zitat:
Zitat von silas Beitrag anzeigen

Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung alleine auf weiter Flur. Nur, meine Eltern bspw haben ja auch lesen und schreiben gelernt, ohne diesen ganzen "Firlefanz".
Selbst meine Mutter hatte im Deutschunterricht diesen "Firlefanz". Auch wenn es da Wessen-Fall, Fürwort, Wem-Fall, etc. hieß.

Für mich ist der "Firlefanz" die Grundlage für ein gut geschriebenes Deutsch und es gehört zum Verstehen der deutschen Sprache.
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Alt 01.08.2014, 21:26   #16
nessi
Mit Elan dabei
 
Registriert seit: 01.08.2013
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Ich denke ebenfalls, dass Wörter wie Genitiv, Plural und Apostroph nichts Ungewöhnliches sind und keine separate Erläuterung nötig haben.
Als Gegenbeispiel sehe ich da solche Sätze, dass die nicht jeder rafft, finde ich normal: "Wäre es nicht adäquat, den Usus heterogener Termini zu minimieren?"
nessi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 21:27   #17
uwed100
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Was n get nich warum klar nä....isso

So oder ähnlich habe ich schon auf Texte von Jugendlichen geantwortet, von denen ich genau w e i ß, daß sie sehr wohl korrektes Deutsch schreiben könnten,es aber nicht tun, weil sie es falsch cooler finden. Oder um (die Erwachsenen ) zu provozieren.
Dadurch, daß man einen Antworttext bewußt unverständlich macht, führt man ihnen ihr Verhalten vor Augen.

Aber bei denjenigen, die des korrekten schriftlichen Ausdrucks nicht mächtig sind, halte ich es mit silas ( du bist also doch nicht so allein auf weiter Flur). Dafür kann es viele Gründe geben und ich weiß nicht, warum gebildete Leute dafür so wenig Verständnis aufbringen.

@ Fräulein Wunder : Ich habe den "grammar nazi " einfach aus dem Englischen übernommen, in dieser Sprache geistert er seit langem durchs Internet.
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Alt 01.08.2014, 21:31   #18
uwed100
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Und der "Deppenapostroph" :
Es heißt im Englischen "Rick´s Barbershop"-
im Deutschen aber nicht "Uschi`s Nagelstudio" - wie man es überall
sieht - sondern korrekt "Uschis Nagelstudio".
Ich glaube, der "Deppenapostroph" hat sich so verbreitet, weil überall Englisch als erste Fremdsprache gelehrt wird.
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Alt 01.08.2014, 22:01   #19
marlene
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Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen

Aber bei denjenigen, die des korrekten schriftlichen Ausdrucks nicht mächtig sind, halte ich es mit silas ( du bist also doch nicht so allein auf weiter Flur). Dafür kann es viele Gründe geben und ich weiß nicht, warum gebildete Leute dafür so wenig Verständnis aufbringen.
Immer diese Ausnahmen - Ich denke nicht, dass die Mehrheit einen Schreiber mit Lese-Rechtschreib-Schwäche verurteilen würde.

Die Mehrheit der Rechtschreibungsverweigerer gehört zu den Jugendlichen, die sehr wohl könnten, aber nicht wollen...
Wegen meines Berufs (Deutschlehrerin) schlage ich mich täglich mit Jugendlichen herum, die nicht einen Satz geradeaus schreiben können. Und das im Gymnasium. Da könnt ich verrückt werden. Und das liegt nicht daran, dass den Schülern der Begriff des Genitivs nicht geläufig ist (und das ist er häufig wirklich nicht....), sondern an dieser unsäglichen Abkürzerei in den Privatnachrichten und dem Internet. Es ist ihnen häufig einfach sch*** egal - und wenn sie dann eine Note Abzug im Aufsatz bekommen, zucken sie halt mit der Schulter - und beim nächsten Mal ist es dasselbe....
Und in den höheren Klassen hat man einfach nicht mehr die Zeit, die Rechtschreibung durchzunehmen - das muss da einfach die Vorraussetzung sein.
Wenn ich aber auch schon diese Konzepte an der Grundschule höre: Schreiben lernen nach Gehör. Naja dann weiß man auch, wo häufig der Grundstein gelegt wird....

Wenn man nicht kann - dann ist das natürlich schade, aber nicht zu ändern. Aber bei den meisten ist es so, dass sie zu faul sind.
Gut, ich gebe zu, wenn ich z.B. mit dem Handy tippe, schreibe ich manchmal auch einige Substantive klein, was jetzt aber nicht soooo zum Unverständnis beiträgt.
Insgesamt finde ich eine gelungene Kommunikation wichtig - und dazu gehört meiner Meinung die richtige Rechtschreibung.
__________________
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marlene ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 22:35   #20
uwed100
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Marlene, Lehrerin ist inzwischen ein richtig anstrengender Beruf ( ganz anders als frühere Bundeskanzler und heutige Gasprinzessinnen sich das vorstellen ).Respekt !
Ich hatte gar nicht mal Legastheniker im Sinn, sondern - so wie silas das andeutete - Jugendliche aus zerrütteten / nicht mehr existenten Familienstrukturen, die zwischen Heimen und Pflegefamilien hin- und her geschoben wurden und auf der Sonderschule gelandet sind ( obwohl sie dort vielleicht gar nicht hingehören würden).Sicher kann man auch diesen Jugendlichen sagen, sie waren zu faul, die Rechtschreibung zu erlernen.Aber sie hatten glaube ich mit ganz anderen und existentielleren Problemen zu kämpfen.
Dann die Jugendlichen aus bildungsfernen (Migranten)Familien.Ich kenne beispielsweise einen, der trilingual aufgewachsen ist und ein halber Analphabet.
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Alt 01.08.2014, 22:39   #21
marlene
Viele Gedanken - viele Worte
 
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Uwe - ja, ist anstrengend, macht aber eine Menge Spaß!

Aber auch hier finde ich, dass das eher Ausnahmen sind, bzw. "Problemfälle", um die sich mehr gekümmert werden müsste. Aber das ist natürlich wieder ein ganz anderes Thema. Da müsste ein ganz anderes Fass aufgemacht werden..

Argh, wenn ich jetzt schon wieder sehe, dass auch hier die Anführungszeichen auf beiden Seiten oben gesetzt werden... Kein Wunder, dass sie das immer falsch machen...
__________________
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marlene ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 01.08.2014, 23:40   #22
cinnamon_lady
Lebende Legende
 
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Zitat:
Zitat von uwed100 Beitrag anzeigen
Ist euch korrekte Rechtschreibung in Internetforen, bei YouTube etc. wichtig ?
Ja. Früher war ich hier im Forum ja sowas wie die Rechtschreibpolizei (und ja, mir hat das "böse" sein Spaß gemacht - schrecklich pubertärer Charakterzug) und ich finde eine gute Rechtschreibung immer noch angenehm.

Beziehungsweise: wenn jemand keine hat, hätte ich irgendwie immer gern eine Erklärung dafür, denn sonst gehe ich immer von einer gewissen Bildungsignoranz aus. Allerdings erkenne ich durch meine Ausbildung auch relativ gut, ob es sich nun um einen Nicht-Muttersprachler, einen Legastheniker oder einen Faulpelz handelt.

Der Gebärdensprachler hat mir allerdings auch ziemlich zu schaffen gemacht .

Zitat:
Mir inzwischen nicht mehr..... In meiner Generation wurde man auf dem Gymnasium noch zum "Grammatik - und Rechtschreibnazi" erzogen.
Lehramtsstudenten für Deutsch drücken sich ja mittlerweile gerne um die Scheine für Grammatik und beschäftigen sich lieber mit "schöner Literatur". Das finde ich schon recht entsetzlich, wenigstens die Deutschlehrer sollten Grammatik und Rechtschreibung auch noch nachts im Schlaf problemlos herunterrattern können .

Ein richtiges Ausschlusskriterium bei privaten Kontakten ist es allerdings nicht - ich kenne durchaus Menschen mit Rechtschreibproblemen oder nichtdeutscher Herkunft, mit denen ich mich trotz der schriftlichen Schwächen gern unterhalte. Aber in Foren oder Kontaktbörsen ist schlechte Rechtschreibung im Prinzip ein Ausschlusskriterium.

Zitat:
Zitat von silas
Deutsch und die Rechtschreibung/Grammatik wäre für viele leichter, wenn man die Dinge praktischer erklären würde. Stattdessen gibt es für alles und jedes einen Fachbegriff, ein eigenes Regelwerk und für all das dann nochmal einen Oberfachbegriff. Damit tun sich viele schwer und geben dann zu schnell auf.
Na ja, diese Begriffe sind schon nützlich, wenn man über Sprache sprechen will, wenn man sie vermitteln will (vor allem an Nichtmuttersprachler) und wenn man an ihr forschen will. Und da es in Grundschulen heute immer mehr Nichtmuttersprachler gibt, ist das schon sinnvoll.

Zitat:
Ich finde, es würde reichen, wenn es ein paar Grundregeln geben würde. Lesen und schreiben kann man sicherlich auch lernen, ohne diese ganzen Begriffe, die auch in der Schule sehr viele Kinder mehr verwirren als das sie hilfreich sind.
Es gibt auch Lerntypen, die diese Regeln als Grundgerüst brauchen. Natürlich kann man Sprache auch intuitiv lernen, aber es ist besser, beides anzubieten. Und intuitives Lernen kann man in der Schule eben selten durchziehen: das geschieht eher durch eigenständiges Lesen von korrekten Texten.

Zitat:
Wahrscheinlich stehe ich mit dieser Meinung alleine auf weiter Flur. Nur, meine Eltern bspw haben ja auch lesen und schreiben gelernt, ohne diesen ganzen "Firlefanz".
Es wäre mir neu, dass man früher nicht mit Grammatiken gearbeitet hätte. Ganz im Gegenteil, Sprachunterricht war früher noch sehr viel trockener und theorielastiger, als er das heute ist.

Zitat:
Zitat von Fräulein Wunder
Der Genetiv
heißt in Wirklichkeit Gen i tiv . Schlag mich, aber ich musste das loswerden .

Zitat:
Zitat von nessi
Als Gegenbeispiel sehe ich da solche Sätze, dass die nicht jeder rafft, finde ich normal: "Wäre es nicht adäquat, den Usus heterogener Termini zu minimieren?"
Das fällt auch unter Fachsprache und ist damit per se nicht allen zugänglich - das war schon immer so und bleibt auch immer so - es wird wahrscheinlich sogar mehr, weil sich das Wissen in der Welt immer weiter verzweigt und spezialisiert.

@marlene: wobei es durchaus seriöse und repräsentative Untersuchungen gibt, die zum Ergebnis haben, dass SMS das Sprachvermögen nicht wesentlich beeinträchtigen und dass die Sprache darin nicht schlechter ist, als die, die die Sprecher normalerweise benutzen. Abgesehen von einigen Abkürzungen und konsequenter Kleinschreibung, aber diese Sachen sind im Prinzip kein Defizit, sondern hochfunktional.
cinnamon_lady ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.08.2014, 00:30   #23
Fräulein Wunder
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Zitat:
Zitat von cinnamon_lady Beitrag anzeigen


heißt in Wirklichkeit Gen i tiv . Schlag mich, aber ich musste das loswerden .

Hahahaha - kleine Sünden bestraft der liebe Gott eben gleich - das habe ich jetzt davon
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Alt 02.08.2014, 18:20   #24
Hummele
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Die Gehörlosen haben in der Schule auch deutsch. Sie lernen Lesen, Schreiben, wie andere Kinder auch. Durch lesen, viel lesen, wird der Satzbau geübt, den auch Gehörlose hinkriegen. Auch Stumme, Taubstumme oder Gehörlose müssen ihren Arbeitsalltag meistern. Die Meisten sitzen doch in einer Verwaltung, nicht unbedingt am Telefon, aber am PC.
Eine Cousine von mir ist nach einer Krankheit als Kind Taubstumm geworden. Die Liebe muss auch arbeiten. Ihr Chef würde es nicht verstehen, wenn sie ständig Rechtschreibfehler machen würde und sich auf Grund ihrer Behinderung entschuldigen würde.
__________________
L(i)ebe jeden Tag!!!
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Alt 03.08.2014, 12:04   #25
Laure
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Hummele, ja, gehörlose Menschen können fast alles außer "hören".
Aber sie haben wirklich Probleme damit, um einen vollständigen Satz bilden zu können, nicht alle, aber viele.
Meine Cousine ist auch gehörlos, ebenso wie eine Kollegin von mir. Sie haben mir erzählt, fast alle Lehrer können keine Gebärdensprache, sie sprechen ganz normal, zwar langsamer und deutlicher, aber für gehörlose Schüler sind total anstrengend immer nur vom Mund abzulesen und bekommen oft nichts mit. Nur lesen ohne richtig zu begreifen, bringt auch nicht viel. Sie leben oft in ihrer eigenen Welt mit der Gebärdensprache. Ich kann auch ein bisschen und es macht mir wahnsinnig Spaß.
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Alt 03.08.2014, 16:32   #26
Hayat
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Ein Beitrag in einem Diskussionsforum ist selbstverständlich eine andere Baustelle als ein Twitter-, Facebook-, oder YouTube-Kommentar.
Wenn sich ernsthaft mit einem Thema auseinandergesetzt werden soll, dann sind mir höfliche, redlich bemühte Beiträge um einiges sympathischer als nachlässiges "Reinplärren". Meistens deckt sich der Sprachstil dann auch mit dem Gehalt der getätigten Aussage.

Rechtschreibung und ein Bemühen um größtmögliche Verständlichkeit ist eine Sache des Respekts und ein Indiz für Ernsthaftigkeit und echtes Interesse am Austausch, vor anderen und auch vor sich selbst.

Forenschreiben ist für mich auch eine gute Übung, denn ich bin selbst eigentlich recht faul, sprich, ich mag Dinge, die mir leicht von der Hand gehen. Schreiben gehört dazu und daher neige ich gerade dabei zur Nachlässigkeit.
Allzuoft fallen mir beim mehrfachen Lesen eines für mich interessanten Themas dann meine eigenen Unzulänglichkeiten auf, vor allem was Satzbau, Satzusammenhang und Zeichensetzung betrifft.
Und ebenso mache ich viele Flüchtigkeitsfehler, manche notorisch.
Da dran zu bleiben kostet mich Disziplin und ich empfinde es als vorteilhaft für mich, das nicht einfach so hinzunehmen, sondern an stetiger Verbesserung interessiert zu sein.
Und ich finde, das geht bei so ziemlich jedem.
Niemand muss hier zur Schreibkoriphäe mutieren, aber sich einigermaßen verständlich auszudrücken ist erlernbar.

Allerdings fallen mir sogar in der Tageszeitung mitlerweile grobe Rechtschreib- und Ausdrucksfehler auf, womöglich ist das ganze doch eine Entwicklung die mit der medialen Revolution unserer Zeit zu tun hat.
__________________
Liberté toujours!
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Alt 03.08.2014, 17:26   #27
House M.D.
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Okay, mich nervt‘s manchmal. Menschen, die Zusammenziehungen wie z .B . "i wie net" verwenden, sind mir suspekt. Die Aussagekraft eines Textes wird auch durch den mehrfachen Gebrauch von drei und mehr Ausrufezeichen nicht größer. Wirklich!!!!!!!! Falsche Leerzeichen machen getippten Text mitunter schwer zu lesen ,weil das Gehirn stets dran hängen bleibt ,auch wenn das in nur einem Satz kaum auffällt .Es ist einfach so.

Ach, da gibt es noch so einige Dinge. Wenn ich mir Foto’s anschauen muss, zum Beispiel. Oder so genannte „Bleiwüsten“, wobei dieser Setzer-Ausdruck kaum ins Internet passt. Aber ich mag ihn.

Manchmal äußere ich mich dann auch dazu, selten auch mal unfreundlich.

Dennoch: Mir ist dieses Aufregen über schriftliches Vermögen und Unvermögen anderer immer sehr suspekt. Ganz schnell und ganz oft entstehen da seltsam eitle, rundum diskriminierende und sich selbst völlig überschätzende Zusammenrottungen, die ekelhafte Dinge sagen und tun.

Manchmal ist das innerhalb einiger Foren so weit gediehen, dass ich mir nur dachte: Okay, wenn’s so ist, hört auf euch zu wundern. Ihr benutzt gerade das gleiche Vokabular derer, die euch hassen. Gesteht euch einfach ein, dass alle Menschen so sind, und alle jemanden (oder eine Gruppe) wegen irgendetwas scheiße finden. Hört auf zu jammern und löst den Laden doch bitte einfach auf.

Das betrifft nicht nur Rechtschreibdiskussionen.

Grundsätzlich finde ich so einen Umgang deutlich, deutlich widerlicher, als alle seltsamen Schreibungen und Schreibfehler zusammen. Zudem entfernt er entsprechende Kandidaten nur noch mehr von der Sprache, statt irgendetwas Positives zu bewirken.
Jemand, der wirklich etwas dagegen tun will, der winke sich einen schlechten Schreiber heran und helfe ihm. Das ist gegen alle "kann ich nicht", "will ich nicht" und "muss ich nicht"- Einwürfe hinweg ein Weg, um daran etwas zu ändern. Ich weiß, ist ein ganz fremder Gedanke, der nur wenig zur deutschen Kultur zu passen scheint. Dabei müsste es Menschen mit Freude an Sprache ein Fest sein.

Wahrscheinlich bin ich auch einfach nur selbst zu betroffen. Mir wird schwindelig bei dem Gedanken, in welche Kategorie ich, als ehemals guter Deutsch-Schüler, vor über 10 Jahren einsortiert wurde. War ich da ein faulkranker Legastheniker, naturdoof, vielleicht bildungsfern? Damals habe ich wegen meines ständigen nächtlichen Sauerstoff- und Schlafmangels (unbehandelte, schwere Schlafapnoe) Texte im Netz abgeliefert … ach du liebe Zeit.

Gott sei Dank – und das sage ich als Atheist, muss man sich mal vorstellen – war ich von genug Menschen umgeben, die drauf gepfiffen haben, und ihr Augenmerk auf den Inhalt legten. Manche haben sogar meine Texte korrigiert. Einfach so. (Mache ich heute auch manchmal. Einfach so.) Sonst hätte es meine Stimme im Netz nicht geben können. Ich hätte vermutlich einfach aufgegeben, denn jede dieser selbstverliebten Diskussionen um schlechte Rechtschreibung und dem damit verbundenen unausweichlichen Untergang des Abendlandes hat mich damals sehr getroffen.

Zugegeben: Dieser Art Schaumschlägerei war zu der Zeit schlimmer, verbreiteter und ätzender als heute. Damals war Sicks Zwiebelfisch gerade the next big thing, und plötzlich fühlten sich viele verdammt wohl in der Rolle des strengen Deutschlehrers und Besserwissers. Plötzlich hatte die gefühlte Hälfte des deutschen Internets eine ebenso gefühlte Sprachprofessur inne. Das ist heute längst nicht mehr so. Zudem: Dieses ganze Gerede über Respekt und so … völlig überhöhter, künstlich gezüchteter Blödsinn.

Ich breche das an dieser Stelle ab. Ich wollte noch so viel mehr dazu schreiben, aber ich kann schlicht nicht mehr. House ist ein krankes Hühnchen. Mir wird es sonst zu lang und zu viel.

Nur noch zu den Grammatik-Nazis.

Diesen Ausdruck gibt es auch im Deutschen schon länger. Die haben ziemlich genau gar nichts mit Bildung zu tun, oder damit, diese nicht verstecken zu müssen. Sondern mit mangelndem Abstand und völliger Selbstüberschätzung.

Sie sind so etwas wie die Filzläuse des Internets. Ohne Wirtstier nicht überlebensfähig und zusammen mit ein paar anderen sinistren Gestalten die, die einer guten Gesprächs- und Diskussionskultur maximalen Schaden zufügen.

Die sind schädlicher als die schlimmste Rechtschreibung und gehören zusammen mit dem sonstigen Vollpfostentum durch den Gulli gespült, sonst gar nichts. Kein Schreibfehler dieser Welt kann so schlimm sein, um als Anlass dienen zu können, solchen Unflat über andere Menschen schreiben zu dürfen, wie sie es tun. Da sollte man mal über Respekt nachdenken.
__________________

And now for something completely different...
(Monty Python)
House M.D. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.08.2014, 18:02   #28
Fräulein Wunder
Gast
 
Standard

Zitat:
Zitat von House M.D. Beitrag anzeigen
Dieses ganze Gerede über Respekt und so … völlig überhöhter, künstlich gezüchteter Blödsinn.
Nö, finde ich nicht - wenn ich: Fräulein Wunder in der Lage bin einen halbwegs korrekten Text einzustellen, dann tue ich das aus Respekt den anderen Usern gegenüber. Da kann es dann sein, dass ich das Ganze noch drei bis vier mal durchlese, ergänze, kürze ... und eben viel, viel länger brauche als wenn ich den Text nur runterschreiben würde.

Da ich sehr, sehr stark zu Flüchtigkeitsfehlern neige ist bei mir ständige Selbstkontrolle auch nötig. Damit will ich sagen, wenn ich hier was rausschriebe und dann ungelesen rausschicke sieht es ganz anders aus als der durchschnittliche Beitrag von mir.

So schreibe ich statt "Liebe Grüsse" jedes Mal (und damit meine ich wirklich jedes Mal ) "Liebe Früsse" ... da kann ich machen was ich will - ist einfach so. So wie ich bei Namen grundsätzlich den zweiten Buchstaben auch groß schreibe (also: HOuse, statt House)

Und trotz mehrmaliger Kontrolle gehen meine Beiträge ja so gut wie nie fehler - geschweige denn makellos raus.

Klar könnte ich es so abschicken und Zeit sparen. Mir persönlich würde es aber respektlos vorkommen. Ich habe den Wunsch zumindest formal verstanden zu werden, weil mir klar ist dass es auch so noch mehr als genug Stolperfallen in meiner persönlichen Kommunikation, der Kommunikation im Internet allgemein etc. gibt.
So habe ich 90% der Zeit das Gefühl dennoch nicht verstanden zu werden.

Ob ich von anderen eine solche Sorgfalt verlangen kann ist eine andere Frage, klar. Und natürlich ist mir bewußt dass nicht jeder dieses Verhalten als respektlos empfindet.

Ich denke hier ist aber auch die Rede von Leuten denen ihre Unzulänglichkeiten bewußt sind die
Zitat:
aba iwie vllt drauf scheixxen
** ob jemand drei mal so lange zum lesen braucht , hauptsache sie selbst haben es schnell abschicken können .- und eben nicht um Leute die es (warum auch immer) gerade nicht besser können.

Ansonsten aber absolut wichtige Aussagen und Gedankenanregungen. Danke!


** Deshalb als Zitat, weil die interne Rechtschreibprüfung mich den Beitrag sonst gar nicht abschicken lassen würde.
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Alt 03.08.2014, 21:35   #29
enibaS
Gast
 
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Zitat:
Zitat von House M.D. Beitrag anzeigen

Zudem: Dieses ganze Gerede über Respekt und so … völlig überhöhter, künstlich gezüchteter Blödsinn.

.
Tut mir leid, da bin ich einer ganz anderen Meinung. Ich kann Dir ja mal einen Text um die Ohren hauen, der nur so von Rechtschreibfehlern oder Grammatikfehlern strotzt und dann finde mal den "Inhalt" heraus. Sicherlich ist der Inhalt eines Textes vorrangig, aber ohne ein ordentliches Deutsch sehr schwer zu verstehen.

Wobei ich gegen Flüchtigkeitsfehler nichts habe, daß kann jeden passieren.
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Alt 04.08.2014, 09:52   #30
Sonnenkuss
Lebende Legende
 
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Bemüht euch!

Satzzeichen retten Leben:
"Wir essen jetzt Opa"
__________________
-o-
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Alt 04.08.2014, 10:41   #31
uwed100
Gast
 
Standard

@ sonnenkuss : LOL

Tippfehler können auch zu Mißverständnissen führen.
Beispiel :
1.SMS : " Thanks, without your and Dad´s support I
never would have gotten so fat".
2.SMS : "Far, not fat, FAR "

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Alt 04.08.2014, 17:47   #32
nessi
Mit Elan dabei
 
Registriert seit: 01.08.2013
Beiträge: 65
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Ein einziger Buchstabendreher kann einen ganzen Satz urinieren.
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Alt 05.08.2014, 14:12   #33
Agnetha
Treue Seele
 
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Registriert seit: 19.09.2004
Beiträge: 1.229
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Tippfehler passieren wohl fast jedem. Mir auch öfters.
Mich stört es aber schon, wenn jemand überhaupt nicht rechtschreiben kann, weil es dann einfach wirklich schwerer zu lesen ist.

Manche Dinge finde ich dann auch einfach schade.
Zu Beispiel, dass scheinbar 80% "seit" und "seid" nicht richtig verwenden. Dabei gibt es da doch eine klare Regel, wenn man die einmal weiß ist es doch nicht so schwer, oder?
__________________
Well, if you want to sing out, sing out
And if you want to be free, be free
'Cause there's a million things to be
You know that there are

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Alt 16.08.2014, 21:11   #34
HamsterD
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@Agnetha

Das Beispiel trifft man häufig an, allerdings gilt das mit der Einfachheit für den größten Teil der Rechtschreibung und Grammatik. Das fängt bei "Hacken" und "Haken" an und hört bei der Kommasetzung lange nicht auf.
Da ich das Thema bedingt durch meine Arbeit diversen Menschen nahebringe, weiß ich mittlerweile, dass "einfach" und "schwer" relative Begriffe sind. Mir fällt das Thema leicht und ich nenne einen recht großen Wortschatz mein eigen (und zwar nicht nur passiv, auch aktiv). Bei anderen funktioniert das aus verschiedenen Gründen nicht so gut. Teilweise fehlt das Interesse, teilweise das Hintergrundwissen etc.
Insofern hüte ich mich mittlerweile vor solchen Aussagen wie zum Beispiel die von dir genannte. Auch wenn ich weiß, dass das eine ein Verb und das andere eine zeitliche Präposition ist.

Gruß
Dani
__________________
Dress for the body you have RIGHT now. There is nothing wrong with you right now, and there is sure as heck no reason to wait to look good. Get up, get dressed and face the world and then do it again tomorrow. (Malia Anderson)
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Alt 15.03.2015, 10:11   #35
Gerte
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Selpstfaschtentlich ist Rächtschraibung wichtich. Ich sälbst 8te imma gans genau drauff. Mich kann das nimals pasiren, daß ich wass falsch schraibe. Da können sich ale ein Baispil dran nemen.
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Alt 15.03.2015, 10:57   #36
Zora
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stlle echu mla nchit so an, es rcheit dcho wnne dre estre bchusbate koerrkt its.
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Theorie ist: Wissen wie etwas funktioniert aber es geht nicht
Praxis ist: Es funktioniert und keiner weiß warum
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Alt 15.03.2015, 14:52   #37
elltee
Hier qualmt die Tastatur
 
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Beiträge: 259
Standard

Zitat:
Zitat von Zora Beitrag anzeigen
es rcheit dcho wnne dre estre bchusbate koerrkt its.
in der Tat. Ich hab mal ein Buch gelesen und nach 3/4 fiel mir auf, daß alles klein geschrieben wurde. Offensichtlich war der Inhalt so spannend, daß die Form egal war.
__________________
Ich habe nicht immer recht! Beweisen Sie mir das Gegenteil! (Steffen Surmeyer)
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